Montag, 31. Juli 2017

zwischen den Welten...

Und ich habe tatsächlich geschlafen. Nicht drei Tage durch, aber ganz viel und ganz lange. Jetzt geht es mir besser. Wir lassen die Tage hier so vor sich hin ziehen, machen keine Pläne und genießen die Langeweile bei Regen und auch Sonnenschein. 

Ich weiß nicht, ob mein Körper das viele Schlafen der letzten Tage irrtümlicherweise als Vorschlafen registriert hat, jedenfalls gehöre ich jetzt wieder zu den frühen Vögeln. Statt Wurm gibts bei mir dann Kaffee satt und einen Krimi auf der Terrasse, während die Kinder noch lange ausschlafen. Auch schön. 



Das Wetter kann sich hier nicht entscheiden. Es wechselt zwischen herrlichem Sonnenschein und schlimmsten Stürmen mit Sturzbächen von oben. Gerne auch im Stundentakt. Das nervt hier viele, wir nehmens gelassen. Unsere Wohnhöhle ist nur zwei Minuten vom Strand entfernt und so switchen wir zwischen Strandkorb und Lesekuschelhöhle hin und her. Wird jedenfalls nicht langweilig.




In ein paar Tagen gibts mehr (hier passiert ja nicht soviel)


Mittwoch, 26. Juli 2017

Tag 10.....voller Dankbarkeit

Ein Wunder! Niemand hätte vor fünf Tagen auch nur im Entferntesten daran geglaubt, dass wir das schaffen könnten. Selbst wir haben Optimismus vor unsere Zweifel geschoben.

Aber es hat geklappt.

Und zwar aus einem einzigen Grund: wir haben die wunderbarsten Freunde und Familien, die man sich nur wünschen kann.

Unsere Eltern, Geschwister, Freunde, Kollegen und Kinder haben für uns ein Wunder vollbracht und vier Tage unermüdlich geschraubt, gemalert, geputzt, gegärtnert, gelacht, gegrillt und gefeiert.

Kerstin und Andreas...was ihr für uns getan habt ist unbezahlbar. Wir werden das nicht vergessen...

Das meine Füße heute Abend tatsächlich im Ostseesand stehen, habe selbst ich vor ein paar Tagen nicht geglaubt.


Aber es ist so. Wunderbar.

Wie beschrieb mich meine allerliebste Mama heute? Ab jetzt für die nächsten Tage "obdachlos, arbeitslos und staatenlos". Ich werde diesen Zustand jetzt genießen und erstmal drei Tage durchschlafen.



Tag 9....retrospektiv

Und wieder standen bereits am Vormittag fröhliche Helfer vor unserer Tür. Voller Tatendrang, mit guter Laune, Eimer und Lappen bewaffnet. Und so machten wir einfach weiter. Mittlerweile waren wir ein eingespieltes Team. Untermalt wurde unser Treiben  durch musikalische Unterhaltung. Roger Whittaker !!! (auf Wunsch einer einzelnen Dame) - wir konnten dann auf Engelbert abmildern. Das war dann aber irgendwann irgendwie sogar ganz gut ;-)
Während sich unser Haus weiter leerte, mussten wir nun auch so langsam beginnen unsere Koffer zu füllen.


Und derer haben wir reichlich. Zwölf an der Zahl. Sieht viel aus, ist es aber nicht. Das ist das, was uns in den nächsten Wochen (ich hoffe nicht Monaten) reichen muss. Sollte wohl klappen...

Wir bekamen so wunderbare Abschiedsgeschenke. Die Kinder Fotoalben und -bücher von den Freunden, ich getrockneten Sauerteig. Und genau über diesen habe ich mich so wahnsinnig gefreut. Ich werde von meinen ersten kenianischen Brotbackergebnissen berichten. Dauert aber noch ein bißchen, ich muss erst einen Backofen kaufen. Aber vielleicht kann man das Brot ja auch über der Feuerstelle vor der Hütte backen, mal sehen...



Unsere Hannibal bekam einen zauberhaften Strickhasen mit auf die Reise (den hübschesten, den ich je gesehen habe). Jedenfalls heißt die Häsin (heißt das so?) jetzt Kerstin und wird uns auf unserem Abenteuer begleiten.



Am Nachmittag hatten wir bereits Schwierigkeiten noch genügend Aufgaben für alle Helferlein zu finden und so hatten wir viel Zeit zum Klönen. Gegrillt wurde natürlich auch wieder. Gegen Mitternacht löste sich dann die Runde dann auf.
Der Abschied war hart.
Danach habe ich bitterlich weinend in meinem leeren Haus auf dem Fußboden gesessen.
Auch das gehört wohl dazu....


Montag, 24. Juli 2017

Tag 8....

....und wir werkeln, putzen, wischen, fegen, schrubben im Sauseschritt....

Heute war vor allem der Garten dran. Eigentlich hatten wir drei Tage für die notwendigen Arbeiten veranschlagt. Mein Vater hatte sich auf den Garten eingestellt und wahrscheinlich jegliche, auf dem Markt zur Verfügung stehenden Geräte gleich mitgebracht. Aber aufgrund der miesen Wetteraussichten gärtelte er nicht allein, sondern es bildete sich in Windeseile das von mir so getaufte "Gartenteam Norbert". Und das war großartig. Alles geschafft bis der Regen am Nachmittag einsetzte.

Wir zogen mit ein paar geborgten Campingstühlen auf die Terrasse und wurden mit den weltbesten Waffeln versorgt. Natürlich mit Kirschen und Sahne. Wie sich das gehört.


Und dann geschah am Nachmittag noch ein Wunder. Wir leben seit 10 Jahren in diesem wunderbaren Haus. Und gestern bekamen unsere Fußböden die reichlich fehlenden Fußleisten verpasst. Ich konnte es kaum fassen. Was habe ich geredet. Und nun, zwei Tage vor dem Auszug. Immerhin. Ich würde es nahezu als Punktlandung bezeichnen.

Gegrillt wurde natürlich auch wieder. Die Weingläser hatten heute dank Zukauf einen Boden und konnten abgestellt werden. Aber unsere Grillzange war nicht mehr zu gebrauchen. Eine neue wollten wir nicht mehr kaufen. Was also tun?


Ein alter Kleiderbügel tuts auch... Danke an den einfallsreichen Grillmeister!

Sonntag, 23. Juli 2017

Tag 7....Goliath kann einpacken

Wir sind sprachlos. Mit soviel Hilfe und Unterstützung hatten wir nicht gerechnet. In Windeseile wurden alle Zimmer im Ober-, Erd- und Untergeschoss abgeklebt, gemalert und hinterher geputzt.
Wir hätten nie gedacht und erwartet, dass wir heute so viel schaffen.



Das beste Team der Welt....

Allerdings haben wir heute noch eine zweite Halterungsmöglichkeit für unsere standfußlosen Weinglasfriedhofsvasen gefunden. Leere Bierflaschen eignen sich auch ganz hervorragend.
Das Taschenmesser sectioniert weiterhin fleißig Weinflaschen. Heute mehr rot als weiß....


Morgen gehts weiter....

Samstag, 22. Juli 2017

Tag 6....Freunde

Was war das für eine wunderbare Nacht. In Ermangelung überhaupt eines einzigen Bettes beschlossen wir mit den Kindern unsere Luftmatratzen, wenn schon denn schon, nicht im Haus, sondern auf der Terrasse zu verteilen. Das Wetter war mild, der Himmel klar und so verbrachten wir die Nacht unter freiem Himmel. Allerdings doch ein wenig dekadenter, als allgemein üblich. Um uns das Nächtigen in Schlafsäcken zu ersparen, brachte meine allerbeste Mutter Kissen und Decken mit. Und so verbrachten wir gänsedauengewärmt diese  vorvorvorletzte Nacht in unserem Haus unter den Sternen.

Morgens weckten uns dann nicht wie erwartet die Vögel mit ihrem Singsang, sondern das Rattern des Containerdienstes, der den Entsorgungscontainer für unseren Restmüll lieferte. 7 m3 hatten wir veranschlagt. Nach und nach trafen Familie und Freunde zum Helfen und Unterstützen ein. Der Container wurde mit jeglichem Unrat und Restmüll gefüllt. Das Zerlegen der alten und teilweise schon etwas zerschrammelten Möbelstücke machte den großen und kleinen Jungs am meisten Freude.



Und wir merkten schnell, dass 7 m3 eigentlich nicht reichen.



Wir haben dank der großartigen Unterstützung heute viel mehr geschafft, als wir zu hoffen gewagt hatten. Trotzdem ist die Liste der noch notwendigen Arbeiten ernorm, nahezu utopisch. Also immer noch David gegen Goliath. Aber die Davidseite gewinnt Dank der wunderbaren Unterstützer an Gewicht. Ich verliere meinen Optimismus nicht.

Am Abend grillten die Kinder für uns. Zusätzlich gab es köstliche Sommerrollen (in Reispapier gerollte Köstlichkeiten). Weingläser gab es keine, nur Plastikweinkelche. Die allerdings ohne Bodenaufsatz, so dass sie eher an Friedhofsvasen erinnerten. Da wir die Kelche nicht abstellen konnten, steckten wir sie in die Blumenkübel. Da steckten sie nun, mit Rotwein gefüllt, im Fuchsienkübel auf der Terrasse.

Manchmal ist einfach einfach das Beste.



Freitag, 21. Juli 2017

Tag 5.....der Container

Meine Güte, was sind wir geschafft. Es ist nicht so, dass dieser Tag körperlich anstrengend war. Aber emotional sind wir an unsere Grenzen gegangen.

Und irgendwie lief alles glatt. Die Crew erschien pünktlich, die restlichen Möbel wurden verpackt, selbst die Kinder waren trotz dieser absurden Situation gut gelaunt.




Was für eine Überraschung, dass selbst der Container, der weitaus größer war, als wir es uns vorgestellt hatten, nahezu eine Stunde zu früh ankam. Und ich sage euch, es war ein niegelnagelneuer Container, jungfräulich sozusagen. Lebensmitteltauglich. Nix mit verrostet, der hatte nicht mal einen Kratzer. Selbst die Farbe gefiel mir. Was für ein schönes Plätzchen für unser Hab und Gut. Da hatte ich gleich ein besseres Gefühl. Wahrscheinlich etwas, was nur Frauen verstehen. Michael ist da pragmatischer. 




Das anfängliche Gefühl, diesen riesigen Koloss niemals füllen zu können, gab sich bald. Es reichte gerade so. 76 m3 gefüllt. Die Packer mussten ganz schön Tetris spielen, um alle 236 Packstücke unterzukriegen. 


Nun war das Haus also leer und der Kühlschrank, inclusive Eiswürfelspender unterwegs zum Hafen. Was also tun, um die Getränke, bei den doch beachtlichen Außentemperaturen, zu kühlen?


Damenstrumpfhosen sind die Lösung! In jedes Bein eine Flasche und dann um die Poolleiter ins kühlende Nass hängen. Funktioniert prima...

Selbst mein neues Taschenmesser wurde heute eingeweiht. Nach dem anfänglichen Schreck (wo ist der Korkenzieher...im Container...) holte ich mein Taschenmesser raus und machte alle froh. Was so ein Korkenzieher alles kann... ;-)