Ja, man glaubt es nicht, aber Wasserprobleme können sehr sehr vielfältig sein.
Zum Einen in unserer Deutschen Schule hier. Man kann sich das fast gar nicht vorstellen, aber unsere Schule bekommt aufgrund der Wasserrationierung tatsächlich von montags bis donnerstags kein Wasser. Solch eine Rationierung ist ja schon für einen einzelnen Haushalt schwer zu stemmen, jedoch für eine Schule schwer vorstellbar. Aber es geht irgendwie. Mit kurzfristig neu angeschafften riesigen Wassertanks, die dann am Wochenende befüllt werden. Mit ungezählten Wassereimern in den Toiletten und bereitgestellten Kannen zum Nachspülen. Und natürlich mit Nerven wie Drahtseilen, viel Geduld und immer wieder dem uns hier alle erdenden Gedanken "Willkommen in Afrika".
Anderswo ist es noch viel viel schlimmer. Zum Beispiel in Ostkenia. Da gibt es gleich gar keine Wasserversorgung und obendrauf auch nur selten Regen. Die Schulkinder dort, vor allem die Mädchen, sind also gezwungen, regelmäßig zu den oft weit entfernten Wasserstellen zu laufen und dann die gefüllten schweren Kanister zur Schule zu tragen.
Und um hier zu helfen, fand heute in der Schule ein Spendenlauf statt. Um einer dieser Schulen einen 50.000 l Tank zu finanzieren, in welchem in der Regenzeit das Wasser von den Dächern aufgefangen und gesammelt werden kann.
Und was haben sich unsere Kinder ins Zeug gelegt.
Gependet wurde von den Eltern/Großeltern pro Runde. Und die Kinder waren großartig. Allein Raphaels und Johannas Klasse hat mit 14 Kindern weit über 300 Runden geschafft. Mal sehen, was am Ende, wenn alles zusammengerechnet ist, dabei rausspringt.
Ich weiß auch nicht genau, was so ein überdimensionaler Wassertank kostet, aber ich denke, wir haben es geschafft.
Wasserprobleme ganz anderer Art beschäftigen uns hier zu Hause. Unsere, uns monatlich zugestellte und jeweils exakt nach Verbrauch erstellte Wasserabrechnung gab uns nämlich Rätsel auf. Während unserer Abwesenheit in den Weihnachtsferien war unser Wasserverbrauch auf mysteriöse Weise um ein VIELFACHES angestiegen. Nun gebe ich ja ehrlich zu, während meines Aufenthaltes im Hotel in Halle die Dusche dort ausgiebig genutzt zu haben. Aber meine europäische Wassernutzung kann unmöglich auf der hiesigen Abrechnung erscheinen.
Da hatte unser Personal wohl eine "Geschäftsidee". Wasser abfüllen und dann verkaufen. Fanden wir irgendwie nicht so toll und luden zur Personalvollversammlung. Die Ankündigung von potentiellen Lohnabzügen und Kündigungen bei wiederholtem Vorkommen fanden die nun ihrerseits nicht so erstrebenswert. Ich hoffe, die Sache ist damit erledigt und der Wiederholungsgedanke ist damit deutlich unattraktiver geworden.Wir werden sehen.
Und dann war ich in dieser Woche noch zweimal ein paar Stunden im Medical Care Centre für die Ärmsten. Mit dem, was Human Cargo Care dort bereitstellt, kann man tatsächlich arbeiten.
Ein paar Stunden in der Sprechstunde haben mich dann auch wieder sehr amüsiert. Die Probleme sind die gleichen. Ein Jucken hier, ein Brennen da, und natürlich auch die vorgeschobenen Bauchschmerzen, obwohl man eigentlich nur einen Schwangerschaftstest haben möchte.
Und da sieht man es wieder ganz deutlich, wir sind alle gleich. Ob hier, ob da, ob schwarz, ob weiß.
Donnerstag war dann übrigens auch noch der letzte Schultag des ersten Halbjahres. Es gab Giftblätter, die gar nicht giftig waren. Wir sind stolz auf die tollen Leistungen der beiden Kleinen. Winterferien gibts hier nicht, aber bei insgesamt 15 Wochen Schulferien pro Jahr wollen wir mal nicht meckern ;-)
Zur Feier des Tages gab es dann natürlich das obligatorische Zeugnisessen. Und morgen gehts ohne Pause los in die zweite Runde.
Donnerstag, 1. Februar 2018
Samstag, 27. Januar 2018
Wochenrückblick
Seit einigen Tagen erreichen mich über WhatsApp die unterschiedlichsten besorgten Anfragen, da ich ein paar Tage nichts von mir hören gelassen habe.
Deshalb zuallererst: Ja, wir leben noch
Ja, das Auto fährt wieder
(und nebenbei haben wir aktuell auch Strom
und das Wasser läuft auch wieder ;-)
Aber nun der Reihe nach.
Am Samstag vor einer Woche kam dann tatsächlich der Mechaniker unseres Vertrauens. Ihr erinnert euch. Der, der unseren Schraubenschlüssel hatte mitgehen lassen. Wie auch immer. Er kam, brachte zwei Gehilfen mit, hatte neue Schrauben und sogar unseren Schraubenschlüssel dabei. Prima. Peter, die Kinder und ich beobachteten das Ganze mit Neugier.
Es dauerte auch nicht lange und das Auto hatte wieder vier Räder. Ich bedankte mich artig, bezahlte die Rechnung und gab noch ein ordentliches Trinkgeld obendrauf. Die Freude über das fahrbereite Gerät war einfach zu groß. Sie währte allerdings nur solange, bis der Liebste, der immer noch im ("Tagungs"-)Strandhotel weilte per WhatsApp anfragte, ob denn der Schraubenschlüssel nun wieder da sei. Oh ha. Peter lief gleich zum Auto und schaute nach. Und....Nö. War er natürlich nicht. Wir haben ihn dann auf Anforderung zwar am Sonntag zurückbekommen, aber ich bin dennoch immer wieder über diese kleinen Gaunereien erstaunt.
da isser wieder
Am Montag hatte dann unser Dayguard Morgan Geburtstag. Die Kinder überraschten ihn am Nachmittag mit einem selbstgebackenen Gugelhupf, der zwar irgendwie mittig zerbrochen aus der Form purzelte, aber egal.
Morgan hat sich über unser Geburtstagsständchen dermaßen gefreut, dass er unser Auto an diesem Tag gleich ein zweites mal wusch.
Und dann haben wir in dieser Woche noch unseren Chorleiter verabschiedet. Mit einer Überraschungsparty. Und zwei von allen mit Hilfe von youtube (da gibt es die Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassstimmen einzeln) zu Hause selbst einstudierten (und deshalb nie gemeinsam geprobten Liedern), einem Buffett, Lichterketten, Kerzen und sogar zwei mitgebrachten Teppichen im Musikraum - wegen der Atmosphäre! War tatsächlich gleich viel gemütlicher. Und bei reichlich Sekt und Rotwein wurden die Stimmen auch rasch viel lockerer. War ein schöner Abend.
Gerade hier in der Ferne ist es so wichtig für alle, einen guten Abschied zu haben.
Und dann bin ich am Freitagmorgen tatsächlich wieder zum Zumba gestiefelt. Diesmal hatte ich Rayane mit im Gepäck. Das mit den Schrittfolgen klappte schon viel besser. Nun gab es allerdings die Besonderheit, das unsere Zumbatrainerin Edith angekündigt hatte, ein Fotograph wäre diesmal mit anwesend. Sie brauche die Bilder für ihren neuen Flyer/Website oder so. Naja dachte ich mir, ich steh da sowieso ganz hinten. Denkste! Die anderen kamen alle nicht. Wir waren tatsächlich nur zu dritt. Ach du Schande. Ich wußte gar nicht, wen ich jetzt mehr bedauern sollte, die arme Edith, den Fotographen (denn soviel kann Photoshop gar nicht hergeben) oder mich selbst. Wir machten das Beste aus der Situation. Edith zog ihre Stunde durch. Wir drei Grazien versuchten diletantisch mitzuhalten.
Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass man mit mir für was auch immer werben kann, das mit Sport zu tun hat. Außer vielleicht "bei uns darf jeder mitmachen", oder so. Aber egal. Sollte ich jemals ein Bild aus dieser Stunde in den Händen halten scheue ich mich nicht, es mit euch zu teilen. Seien wir also alle gespannt ;-)
Freitag haben wir dann Opa Peter nach drei wunderbaren und erlebnisreichen Wochen Nairobi wieder zum Flughafen gebracht. Vorher gab es am Nachmittag noch ein kleines spontanes Abschiedsessen im Village Market.
Leider mussten wir uns dann am Nachmittag durch den berühmt berüchtigten Freitagnachmittagberufsverkehr der Innenstadt quälen.
Aber wir waren in weiser Voraussicht rechtzeitig losgefahren, so dass wir nach sage und schreibe 2,5 Stunden immer noch pünktlich den Flughafen erreichten.
Machs gut, Opa Peter. Bis zum nächsten Mal.
Deshalb zuallererst: Ja, wir leben noch
Ja, das Auto fährt wieder
(und nebenbei haben wir aktuell auch Strom
und das Wasser läuft auch wieder ;-)
Aber nun der Reihe nach.
Am Samstag vor einer Woche kam dann tatsächlich der Mechaniker unseres Vertrauens. Ihr erinnert euch. Der, der unseren Schraubenschlüssel hatte mitgehen lassen. Wie auch immer. Er kam, brachte zwei Gehilfen mit, hatte neue Schrauben und sogar unseren Schraubenschlüssel dabei. Prima. Peter, die Kinder und ich beobachteten das Ganze mit Neugier.
Es dauerte auch nicht lange und das Auto hatte wieder vier Räder. Ich bedankte mich artig, bezahlte die Rechnung und gab noch ein ordentliches Trinkgeld obendrauf. Die Freude über das fahrbereite Gerät war einfach zu groß. Sie währte allerdings nur solange, bis der Liebste, der immer noch im ("Tagungs"-)Strandhotel weilte per WhatsApp anfragte, ob denn der Schraubenschlüssel nun wieder da sei. Oh ha. Peter lief gleich zum Auto und schaute nach. Und....Nö. War er natürlich nicht. Wir haben ihn dann auf Anforderung zwar am Sonntag zurückbekommen, aber ich bin dennoch immer wieder über diese kleinen Gaunereien erstaunt.
da isser wieder
Am Montag hatte dann unser Dayguard Morgan Geburtstag. Die Kinder überraschten ihn am Nachmittag mit einem selbstgebackenen Gugelhupf, der zwar irgendwie mittig zerbrochen aus der Form purzelte, aber egal.
Und dann haben wir in dieser Woche noch unseren Chorleiter verabschiedet. Mit einer Überraschungsparty. Und zwei von allen mit Hilfe von youtube (da gibt es die Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassstimmen einzeln) zu Hause selbst einstudierten (und deshalb nie gemeinsam geprobten Liedern), einem Buffett, Lichterketten, Kerzen und sogar zwei mitgebrachten Teppichen im Musikraum - wegen der Atmosphäre! War tatsächlich gleich viel gemütlicher. Und bei reichlich Sekt und Rotwein wurden die Stimmen auch rasch viel lockerer. War ein schöner Abend.
Gerade hier in der Ferne ist es so wichtig für alle, einen guten Abschied zu haben.
Und dann bin ich am Freitagmorgen tatsächlich wieder zum Zumba gestiefelt. Diesmal hatte ich Rayane mit im Gepäck. Das mit den Schrittfolgen klappte schon viel besser. Nun gab es allerdings die Besonderheit, das unsere Zumbatrainerin Edith angekündigt hatte, ein Fotograph wäre diesmal mit anwesend. Sie brauche die Bilder für ihren neuen Flyer/Website oder so. Naja dachte ich mir, ich steh da sowieso ganz hinten. Denkste! Die anderen kamen alle nicht. Wir waren tatsächlich nur zu dritt. Ach du Schande. Ich wußte gar nicht, wen ich jetzt mehr bedauern sollte, die arme Edith, den Fotographen (denn soviel kann Photoshop gar nicht hergeben) oder mich selbst. Wir machten das Beste aus der Situation. Edith zog ihre Stunde durch. Wir drei Grazien versuchten diletantisch mitzuhalten.
Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass man mit mir für was auch immer werben kann, das mit Sport zu tun hat. Außer vielleicht "bei uns darf jeder mitmachen", oder so. Aber egal. Sollte ich jemals ein Bild aus dieser Stunde in den Händen halten scheue ich mich nicht, es mit euch zu teilen. Seien wir also alle gespannt ;-)
Freitag haben wir dann Opa Peter nach drei wunderbaren und erlebnisreichen Wochen Nairobi wieder zum Flughafen gebracht. Vorher gab es am Nachmittag noch ein kleines spontanes Abschiedsessen im Village Market.
Leider mussten wir uns dann am Nachmittag durch den berühmt berüchtigten Freitagnachmittagberufsverkehr der Innenstadt quälen.
Aber wir waren in weiser Voraussicht rechtzeitig losgefahren, so dass wir nach sage und schreibe 2,5 Stunden immer noch pünktlich den Flughafen erreichten.
Machs gut, Opa Peter. Bis zum nächsten Mal.
Freitag, 19. Januar 2018
Dies und Das
Nein, das Auto fährt immer noch nicht. Der Mechaniker war vor zwei Tagen hier, hat die noch einzig vorhandene Schraube am Rad gelöst und den Reifen mitgenommen. Unseren Schraubenschlüssel übrigens auch. Nun gut, er kommt ja wieder. Irgendwann. Heute wohl nicht. Hoffentlich morgen.
Und aufgrund dieser für mich doch etwas misslichen Lage bin ich jetzt zur UBER-Fahrerin geworden. Ich habe zwar ganz liebe Freundinnen, die bereits einige Touren mit mir unternommen haben, um zum Beispiel die Kinder aus der Schule abzuholen, Einzukaufen, oder so. Aber auf Dauer ist das ja auch keine Lösung.
Also muss UBER ran. Klappt sogar erstaunlich gut. Der Liebste, der passionierter UBER-Kunde ist, schimpft zwar immer über die Fahrer, aber ich scheine wohl Glück zu haben. Bei meiner ersten Fahrt musste ich nicht mal den vollen Preis bezahlen, der Fahrer gab mir zuviel Wechselgeld heraus und meinte, das stimmt dann so. Hä? Naja, irgendwie verkehrte Welt.
Und dann habe ich heute endlich ernst gemacht und wieder angefangen Sport zu machen. Nun gut, Frauensport. Aber das ist ja auch was. Die zauberhafte Edith hat uns beim Zumba im Baumhaus ganz schön mit ihrem afrikanischen Temperament eingeheizt. Wiederholung garantiert.
Und jetzt liegt ein weiteres Wochenende vor mir. Der Liebste weilt zur Zeit in Diani in einem Strandhotel. Nicht zur Erholung, nein, eine Tagung ist der Grund. Ich weiß ja auch nicht, aber ist das so erstrebenswert, wenn die Tagungsteilnehmer dann so alle in der Badehose am Pool liegen?
Beispielfoto
Ich weiß auch nicht, wer sich sowas ausdenkt. ;-)
Aber um den wunderschönen Strand beneide ich ihn durchaus.
Und aufgrund dieser für mich doch etwas misslichen Lage bin ich jetzt zur UBER-Fahrerin geworden. Ich habe zwar ganz liebe Freundinnen, die bereits einige Touren mit mir unternommen haben, um zum Beispiel die Kinder aus der Schule abzuholen, Einzukaufen, oder so. Aber auf Dauer ist das ja auch keine Lösung.
Also muss UBER ran. Klappt sogar erstaunlich gut. Der Liebste, der passionierter UBER-Kunde ist, schimpft zwar immer über die Fahrer, aber ich scheine wohl Glück zu haben. Bei meiner ersten Fahrt musste ich nicht mal den vollen Preis bezahlen, der Fahrer gab mir zuviel Wechselgeld heraus und meinte, das stimmt dann so. Hä? Naja, irgendwie verkehrte Welt.
Und dann habe ich heute endlich ernst gemacht und wieder angefangen Sport zu machen. Nun gut, Frauensport. Aber das ist ja auch was. Die zauberhafte Edith hat uns beim Zumba im Baumhaus ganz schön mit ihrem afrikanischen Temperament eingeheizt. Wiederholung garantiert.
Und jetzt liegt ein weiteres Wochenende vor mir. Der Liebste weilt zur Zeit in Diani in einem Strandhotel. Nicht zur Erholung, nein, eine Tagung ist der Grund. Ich weiß ja auch nicht, aber ist das so erstrebenswert, wenn die Tagungsteilnehmer dann so alle in der Badehose am Pool liegen?
Beispielfoto
Ich weiß auch nicht, wer sich sowas ausdenkt. ;-)
Aber um den wunderschönen Strand beneide ich ihn durchaus.
Mittwoch, 17. Januar 2018
Freud und Leid....
...liegen bekanntlich nah beieinander. Aber der Reihe nach.
Letztes Jahr, als ich mit den Kindern zum Weihnachtskonzert der Schule nach Tigoni fuhr war ich überwältigt von der wunderschönen Landschaft, dem weiten Blick bis hinüber zu den Ngong-Bergen und den sanften Hügeln voller saftig grüner Teepflanzen. Und da sich dieses Paradies nicht weit von Nairobi befindet, war Idee rasch geboren mit Peter einen Tagesausflug hierher zu machen. Nun werde ich ja, was das Autofahren hier in Kenia angeht immer mutiger und autonomer. Also, nichts wie hin...
Bei herrlichstem Sonnenschein machten wir uns also auf den Weg zu der reizenden Fiona und ihrer Teafarm. Fionas Großvater, ein Engländer, hatte zur Kolonialzeit vor einhundert Jahren das Land erworben und die Teeplantage aufgebaut. Es war eine entspannte Fahrt dorthin, durchs typisch afrikanisch wuselige Ruaka und dann hoch hinauf in die Teefelder.
Und wie schön ist es dort.
Das alte Herrenhaus und der englische Garten mit weitem Blick über die Landschaft. Außer Peter und mir gab es noch zwei Belgierinnen und einen Schweitzer. Wir waren also zu fünft.
Fiona führte uns durch ihren Garten zu den Teefeldern und erzählte leidenschaftlich und mit Begeisterung.
Im wunderschönen Kaminzimmer durften wir dann bei einer Tasse Tee viele fragen stellen und weiter den Geschichten lauschen. Ich würde es fast wagen, uns jetzt als "Teeexperten" zu bezeichnen ;-)
Zu guter Letzt wurden wir mit einem excellenten Lunch verwöhnt. Wir waren uns alle einig, lange nicht so gut gegessen zu haben.
Die Rückfahrt gelang problemlos. Und dann nach einer kurzen Kaffeepause zuhause machte ich mich auf den Weg zur Schule. Die Kinder wollten (naja, mussten...in der Schule ist es ja soooo schön und ich komme immer zu früh) abgeholt werden. Und auf dem Rückweg von der Schule nach Hause fing das Auto plötzlich an "zu schwimmen". Scheiße, das war vielleicht blöd. Ich hab mich dann ganz ganz langsam von der großen Hauptverkehrsstraße runtergetastet und dann ging aber nix mehr. Zwei afrikanische Mitbürger (wie sagt man das eigentlich politisch korrekt?) kamen gleich zu Hilfe geeilt und untersuchten "fachmännisch" das Auto. Sie fanden auch des Übels Wurzel. Der rechte Vorderreifen schlingerte und hielt sich nur noch mit EINER Schraube am Auto fest. Die anderen vier waren verschwunden. Eine haben wir dann noch ein paar Meter hinter dem Auto auf der Straße gefunden. Mittig durchgebrochen. Mmh....
Was tue ich in solchen Situationen? Natürlich das einzig Richtige. Ich rief den Liebsten an. Allerdings erntete ich mit diesem Anruf ehrlich gesagt keine Begeisterung. Naja, was solls. Der Liebste kam, telefonierte mit unserem Sicherheitsdienst, der seinerseits einen Abschleppwagen schickte. Derweil wurden die Kinder und ich in ein Taxi verfrachtet und nach Hause geschickt. Wenigstens einer, der in solchen Situationen (ich verzweifelt, Hannchen Kullertränen weinend, nur Raphael irgendwas zwischen Zweifel und Abenteuerlust) den Kopf behält.
Der Abschleppdienst wollte dann zusätzlich 4000 Ksh von uns haben, Michael sagte er bezahlt nur 3000. Da waren sie auch mit einverstanden. Als der Liebste dann jedoch eine Quittung verlangte, gaben sie uns das gesamte Geld zurück. Auch das ist Afrika....
Expertenrat
Und nun steht unser Auto hier in der Einfahrt. Da hilft auch das rote Kennzeichen nichts. Morgen erwarten wir den Mechaniker unseres Vertrauens und sehen wir weiter.
Drückt uns die Daumen....
Letztes Jahr, als ich mit den Kindern zum Weihnachtskonzert der Schule nach Tigoni fuhr war ich überwältigt von der wunderschönen Landschaft, dem weiten Blick bis hinüber zu den Ngong-Bergen und den sanften Hügeln voller saftig grüner Teepflanzen. Und da sich dieses Paradies nicht weit von Nairobi befindet, war Idee rasch geboren mit Peter einen Tagesausflug hierher zu machen. Nun werde ich ja, was das Autofahren hier in Kenia angeht immer mutiger und autonomer. Also, nichts wie hin...
Bei herrlichstem Sonnenschein machten wir uns also auf den Weg zu der reizenden Fiona und ihrer Teafarm. Fionas Großvater, ein Engländer, hatte zur Kolonialzeit vor einhundert Jahren das Land erworben und die Teeplantage aufgebaut. Es war eine entspannte Fahrt dorthin, durchs typisch afrikanisch wuselige Ruaka und dann hoch hinauf in die Teefelder.
Und wie schön ist es dort.
Das alte Herrenhaus und der englische Garten mit weitem Blick über die Landschaft. Außer Peter und mir gab es noch zwei Belgierinnen und einen Schweitzer. Wir waren also zu fünft.
Im wunderschönen Kaminzimmer durften wir dann bei einer Tasse Tee viele fragen stellen und weiter den Geschichten lauschen. Ich würde es fast wagen, uns jetzt als "Teeexperten" zu bezeichnen ;-)
Zu guter Letzt wurden wir mit einem excellenten Lunch verwöhnt. Wir waren uns alle einig, lange nicht so gut gegessen zu haben.
Die Rückfahrt gelang problemlos. Und dann nach einer kurzen Kaffeepause zuhause machte ich mich auf den Weg zur Schule. Die Kinder wollten (naja, mussten...in der Schule ist es ja soooo schön und ich komme immer zu früh) abgeholt werden. Und auf dem Rückweg von der Schule nach Hause fing das Auto plötzlich an "zu schwimmen". Scheiße, das war vielleicht blöd. Ich hab mich dann ganz ganz langsam von der großen Hauptverkehrsstraße runtergetastet und dann ging aber nix mehr. Zwei afrikanische Mitbürger (wie sagt man das eigentlich politisch korrekt?) kamen gleich zu Hilfe geeilt und untersuchten "fachmännisch" das Auto. Sie fanden auch des Übels Wurzel. Der rechte Vorderreifen schlingerte und hielt sich nur noch mit EINER Schraube am Auto fest. Die anderen vier waren verschwunden. Eine haben wir dann noch ein paar Meter hinter dem Auto auf der Straße gefunden. Mittig durchgebrochen. Mmh....
Was tue ich in solchen Situationen? Natürlich das einzig Richtige. Ich rief den Liebsten an. Allerdings erntete ich mit diesem Anruf ehrlich gesagt keine Begeisterung. Naja, was solls. Der Liebste kam, telefonierte mit unserem Sicherheitsdienst, der seinerseits einen Abschleppwagen schickte. Derweil wurden die Kinder und ich in ein Taxi verfrachtet und nach Hause geschickt. Wenigstens einer, der in solchen Situationen (ich verzweifelt, Hannchen Kullertränen weinend, nur Raphael irgendwas zwischen Zweifel und Abenteuerlust) den Kopf behält.
Der Abschleppdienst wollte dann zusätzlich 4000 Ksh von uns haben, Michael sagte er bezahlt nur 3000. Da waren sie auch mit einverstanden. Als der Liebste dann jedoch eine Quittung verlangte, gaben sie uns das gesamte Geld zurück. Auch das ist Afrika....
Und nun steht unser Auto hier in der Einfahrt. Da hilft auch das rote Kennzeichen nichts. Morgen erwarten wir den Mechaniker unseres Vertrauens und sehen wir weiter.
Drückt uns die Daumen....
Freitag, 12. Januar 2018
Bra Pong
Die erste Schulwoche im neuen Jahr ist geschafft. Und zur Belohnung und als Einstimmung auf das bevorstehende Wochenende ging es dann heute Mittag ins Village Market zum Mittagessen. Das ist ganz praktisch, weil: gleich gegenüber der Schule, ein großer Food Court mit reichlich Auswahl und freitags auch noch mit Liveband.
Aber nun zum Bra Pong.
Ihr denkt so was gibt es nicht? Doch, hier in Afrika schon. Und es ist gar keine so schlechte Idee. Statt, wie in Deutschland immer nur Bier Pong zu spielen, kamen wir heute an einen Stand, der zum Bra Pong animierte. Natürlich nicht einfach nur so aus Spaß. dahinter steckt eine Kampagne zur Etablierung eines kostenlosen Programms zur Brustkrebsvorsorge. Also, sehr sehr sinnvoll.
Wir haben uns informieren lassen und die Kinder hatten einen Heidenspaß die BH-Körbchen mit den Tischtennisbällen zu treffen.
Aber nun zum Bra Pong.
Ihr denkt so was gibt es nicht? Doch, hier in Afrika schon. Und es ist gar keine so schlechte Idee. Statt, wie in Deutschland immer nur Bier Pong zu spielen, kamen wir heute an einen Stand, der zum Bra Pong animierte. Natürlich nicht einfach nur so aus Spaß. dahinter steckt eine Kampagne zur Etablierung eines kostenlosen Programms zur Brustkrebsvorsorge. Also, sehr sehr sinnvoll.
Wir haben uns informieren lassen und die Kinder hatten einen Heidenspaß die BH-Körbchen mit den Tischtennisbällen zu treffen.
Donnerstag, 11. Januar 2018
Sozialprojekte
Ja, wir genießen wieder die Sonne hier. Nach den drei blassen Deutschlandwochen hab ich mir hier gestern in der Höhensonne beim Freundinnenfrühstück im Garten gleich wieder einen leichten Sonnenbrand geholt. Aber ich denke, es gibt schlimmere Probleme....
Die letzten Tage drehten sich bei mir vorrangig um Sozialprojekte. Während wir im Kirchensozialkreis vor der schweren Aufgabe standen, das zur Verfügung stehende Geld an verschiedene Sozialprojekte zu verteilen, arbeiten wir gerade daran, die Mädchen der Starkids School bei uns im nahegelegenen Githigoro Slum mit wiederverwendbaren Monatsbinden zu versorgen. Die Mädchen haben nichts und so gehen sie momentan an den blutenden Tagen nicht in die Schule. Dadurch fallen sie im Klassenniveau immer weiter zurück und schaffen manchmal die Abschlüsse nicht.
Nun habe ich vor Weihnachten auf dem Adventsbasar der Kirche einen Stand mit genähten und wiederverwendbaren Monatseinlagen entdeckt. Entstanden und genäht in einem anderen Projekt, nämlich dem, in welchem auch die Herztaschen entstehen. Ihr werdet euch sicher an meinen Bericht darüber erinnern.
Und nun muss man eben eins und eins zusammenzählen. Im Grunde genommen kann man beide Dinge unterstützen. Das Teenage Mother Projekt im Mathare Slum, in welchem die Mädchen eine Ausbildung in Nähen und Cosmetology erhalten und in welchem die Binden genäht werden.
Momentan liegt das Durchschnittsalter der Mädchen bei 15 Jahren.
Fast alle Schwangerschaften sind durch Vergewaltigungen entstanden.
Im Projekt erhalten sie eine Ausbildung, lernen ihre Kinder zu versorgen
und bauen langsam Bindungen zu den Kindern auf.
Und auf der anderen Seite die Schulmädchen, welche dann durch den Besitz der Binden regelmäßig zum Unterricht gehen können.
Die Binden sind ganz clever genäht. Sie lassen sich um den Slip schlagen, werden mit Druckknöpfen befestigt, und sind leicht auszuwaschen.
Jedes Päckchen enthält drei Binden, einen Slip (viele Mädchen besitzen keine Unterwäsche) und ein Stück Seife zum Waschen. Jedes Päckchen wird 4,90 € kosten. Nächste Woche Donnerstag fahre ich in die Starkids School und werde mit der Direktorin Rosalyn dort beraten, wieviele Päckchen wir brauchen. Und dann werden wir uns Gedanken um die Finanzierung machen. Aber da fällt mir mit Sicherheit auch was ein, denn.....
"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." (Erich Kästner)
Die letzten Tage drehten sich bei mir vorrangig um Sozialprojekte. Während wir im Kirchensozialkreis vor der schweren Aufgabe standen, das zur Verfügung stehende Geld an verschiedene Sozialprojekte zu verteilen, arbeiten wir gerade daran, die Mädchen der Starkids School bei uns im nahegelegenen Githigoro Slum mit wiederverwendbaren Monatsbinden zu versorgen. Die Mädchen haben nichts und so gehen sie momentan an den blutenden Tagen nicht in die Schule. Dadurch fallen sie im Klassenniveau immer weiter zurück und schaffen manchmal die Abschlüsse nicht.
Nun habe ich vor Weihnachten auf dem Adventsbasar der Kirche einen Stand mit genähten und wiederverwendbaren Monatseinlagen entdeckt. Entstanden und genäht in einem anderen Projekt, nämlich dem, in welchem auch die Herztaschen entstehen. Ihr werdet euch sicher an meinen Bericht darüber erinnern.
Und nun muss man eben eins und eins zusammenzählen. Im Grunde genommen kann man beide Dinge unterstützen. Das Teenage Mother Projekt im Mathare Slum, in welchem die Mädchen eine Ausbildung in Nähen und Cosmetology erhalten und in welchem die Binden genäht werden.
Momentan liegt das Durchschnittsalter der Mädchen bei 15 Jahren.
Fast alle Schwangerschaften sind durch Vergewaltigungen entstanden.
Im Projekt erhalten sie eine Ausbildung, lernen ihre Kinder zu versorgen
und bauen langsam Bindungen zu den Kindern auf.
Und auf der anderen Seite die Schulmädchen, welche dann durch den Besitz der Binden regelmäßig zum Unterricht gehen können.
Die Binden sind ganz clever genäht. Sie lassen sich um den Slip schlagen, werden mit Druckknöpfen befestigt, und sind leicht auszuwaschen.
Jedes Päckchen enthält drei Binden, einen Slip (viele Mädchen besitzen keine Unterwäsche) und ein Stück Seife zum Waschen. Jedes Päckchen wird 4,90 € kosten. Nächste Woche Donnerstag fahre ich in die Starkids School und werde mit der Direktorin Rosalyn dort beraten, wieviele Päckchen wir brauchen. Und dann werden wir uns Gedanken um die Finanzierung machen. Aber da fällt mir mit Sicherheit auch was ein, denn.....
"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." (Erich Kästner)
Sonntag, 7. Januar 2018
Willkommen in Afrika
Ach, was waren die Tage in Wustrow schön. So wunderbar, dass ich sogar diesen Blog vergessen habe (ja, ich musste mir bereits Rügen anhören). Es waren entspannte, ruhige und trotzdem prall gefüllte Tage mit den Kindern und Freunden zwischen Reiterhof und Strandspaziergängen. Während in ganz Deutschland Stürme tobten, war es an der See zwar gelegentlich etwas verregnet, aber die Sonne ließ uns nicht ganz im Stich. Und so flogen die Tage dahin.
Happy New Year
Und sogar meine heißgeliebte Kaffeemaschine kam einen Tag vor unserer Abreise voll funktionstüchtig von der Reparatur zurück. Wir hatten ehrlich gesagt schon gar nicht mehr daran geglaubt, sie noch rechtzeitig wieder in den Armen zu halten. Um so erleichterter waren wir, als wir das gute Stück wieder in Handtücher eingeschlagen im Koffer verstauen konnten.
Der Rückflug war diesmal etwas spannender, wir hatten Opa Peter "im Gepäck". Nein, nicht im Koffer, auf Platz 35H. Sozusagen neben uns. Etwa eine Stunde nach dem Abflug, irgendwo über Rumänien kollabierte dann ein Passagier, was dann dazu führte, das ein Internist, eine Gynäkologin und eine Hausärztin neben Patient und Notfallkoffer auf dem Flugzeugboden knieten. War zum Glück nicht ganz so schlimm. Ich warte ja ehrlich gesagt immer noch auf ein Baby im Flugzeug, aber auch das wird kommen. Raphael hatte beim Rückflug nochmal eine tränenreiche Abschieds- und Heimwehattacke, die über dem wie immer sehr flugunruhigen Sudan von einem heftigen Übelkeitsanfall abgelöst wurde. Der Stewart konnte mit wirksamen Tabletten schnell helfen und kotztütenreichend trösten. Gott sei Dank machten die Tabletten schnell müde und Raphael schlief ein, bevor er sich übergeben konnte. Ich war dann ein bißchen neidisch auf den Schlaf und hab dann auch noch schnell eine dieser Tabletten genommen. Hat geholfen. Wir schliefen dann beide.
Zuhause angekommen empfing uns ein Haus ohne Wasser. Na prima! Willkommen in Afrika...
Der Wassertank war zwar voll gefüllt, aber irgendwas stimmte mit der Pumpe nicht und ein heftiger Airblock schien wohl auch eine Rolle zu spielen. Mmh, was tun? Ganz einfach. Baden im Pool. Ist bei den Temperaturen sowieso sehr empfehlenswert. Und wär ja sonst auch irgendwie langweilig gewesen.
Ich sag euch, alles erträgt sich viel leichter mit einer funktionierenden Kaffeemaschine ;-)
(Mittlerweile war der Klempner da und hat den Schaden behoben)
Happy New Year
Und sogar meine heißgeliebte Kaffeemaschine kam einen Tag vor unserer Abreise voll funktionstüchtig von der Reparatur zurück. Wir hatten ehrlich gesagt schon gar nicht mehr daran geglaubt, sie noch rechtzeitig wieder in den Armen zu halten. Um so erleichterter waren wir, als wir das gute Stück wieder in Handtücher eingeschlagen im Koffer verstauen konnten.
Der Rückflug war diesmal etwas spannender, wir hatten Opa Peter "im Gepäck". Nein, nicht im Koffer, auf Platz 35H. Sozusagen neben uns. Etwa eine Stunde nach dem Abflug, irgendwo über Rumänien kollabierte dann ein Passagier, was dann dazu führte, das ein Internist, eine Gynäkologin und eine Hausärztin neben Patient und Notfallkoffer auf dem Flugzeugboden knieten. War zum Glück nicht ganz so schlimm. Ich warte ja ehrlich gesagt immer noch auf ein Baby im Flugzeug, aber auch das wird kommen. Raphael hatte beim Rückflug nochmal eine tränenreiche Abschieds- und Heimwehattacke, die über dem wie immer sehr flugunruhigen Sudan von einem heftigen Übelkeitsanfall abgelöst wurde. Der Stewart konnte mit wirksamen Tabletten schnell helfen und kotztütenreichend trösten. Gott sei Dank machten die Tabletten schnell müde und Raphael schlief ein, bevor er sich übergeben konnte. Ich war dann ein bißchen neidisch auf den Schlaf und hab dann auch noch schnell eine dieser Tabletten genommen. Hat geholfen. Wir schliefen dann beide.
Zuhause angekommen empfing uns ein Haus ohne Wasser. Na prima! Willkommen in Afrika...
Der Wassertank war zwar voll gefüllt, aber irgendwas stimmte mit der Pumpe nicht und ein heftiger Airblock schien wohl auch eine Rolle zu spielen. Mmh, was tun? Ganz einfach. Baden im Pool. Ist bei den Temperaturen sowieso sehr empfehlenswert. Und wär ja sonst auch irgendwie langweilig gewesen.
Ich sag euch, alles erträgt sich viel leichter mit einer funktionierenden Kaffeemaschine ;-)
(Mittlerweile war der Klempner da und hat den Schaden behoben)
Abonnieren
Kommentare (Atom)