Der Regen hatte uns die letzten Tage voll im Griff. Und das bedeutet hier im wahrsten Sinne jedesmal "Land unter".
Raphael und Johanna haben jedesmal einen Heidenspass daran, mich beim Autofahren zu motivieren, auch die tiefsten Pfützen zu durchfahren. So manches mal habe ich das dann allerdings auch schwer bereut. Spätestens in der Mitte der Wasserlöcher, wenn das Wasser fast zur Tür hereinkam und mein Puls sportlich wurde. Ich hab mich dann jedesmal an die wichtige Devise gehalten, bloß nicht stehenzubleiben, gehofft, dass die nicht sichtbaren Schlaglöcher keine tiefen Krater wären und habe mich selbst (und die Kinder ein bißchen) ob unserer Abenteuerlust verflucht. Waren wir allerdings durchgekommen, war der Jubel im Auto jedesmal groß.
Mittlerweile erfreuen wir uns jedoch über gelegentlichen Sonnenschein. Und auch unser Schlammloch im Garten verwandelt sich zunehmend wieder in eine akzeptable Badestelle. Dem Liebsten sei Dank! Manchmal schimmert das Wasser sogar schon wieder blau. Ein paar Tage wirds noch brauchen, aber dann...
Und dann gibt es hier immer wieder diese Momente, die einen schlagartig erden und Demut lehren. Heute Vormittag waren wir kurz im nahegelegenen Slum. Ziel unseres Ausfluges war der Erwerb eines neuen Regals für das Staffquarter. Und Tischler gibts dort einige. An- und Verkäufe auch. Und das Geld ist dort allemal besser angebracht, als im gutsortierten Möbelgeschäft in der Innenstadt.
(die StarKids School ist gleich nebenan)
(hier wird tatsächlich die Wäsche im Graben gewaschen)
Und zu guter Letzt brauche ich mal eure Hilfe. Ich möchte nämlich tatsächlich, vollen Ernstes wissen, wer an meiner Uhr gedreht hat. Beziehungsweise dreht, denn es hört nicht auf.
Nun begleitet mich dieses Lieblingsstück seit genau 20 Jahren. Jeden Tag. Und wir haben viel miteinander durchgemacht. Auch gelegentliche Trennungen. Natürlich ungewollte. Durch diverses und wiederholtes Vergessen in verschiedenen Kreißsälen, Kitteltaschen oder sonstigen unmöglichen Orten. Einmal hatte sie sich tagelang unter dem rechten Vorderreifen im Kiesbett eines Parkplatzes in der Toskana versteckt. Zuletzt hatte unsere (zum Glück sehr gläubige) Maid Gefallen an ihr gefunden, sie dann jedoch nach einem eindringlichen Hinweis meinerseits "Gott sieht alles..." wieder auftauchen lassen. Und so gehen wir also seit Jahren unseren Weg gemeinsam durch dick und dünn.
Und nun, ganz plötzlich spielt die Gute verrückt. Das Ziffernblatt dreht sich im Inneren seit einigen Tagen entgegen dem Uhrzeigersinn.
Nun hab ich mich zwar bereits zum Hühnerdoktor qualifiziert (der Henne gehts übrigens wieder hervorragend), aber von Uhren hab ich nun gar keine Ahnung. Vielleicht muss also doch mal ein richtiger Uhrenarzt ran.
Wenn jemand eine Idee hat, immer her damit. Aber vielleicht hat sie ja tatsächlich nur eine Schraube locker. Soll ja vorkommen im Alter ;-)