Mittwoch, 30. August 2017

Cappuccino Mütter ;-)

Ja, sowas ist nun aus mir geworden. Eine Cappuccino Mutter. Und wisst ihr was? Ich finde das im Moment einfach nur herrlich. Alles im Leben hat seine Zeit und im Moment ist es eben so. Mir tut das richtig gut, ich komme so langsam "runter" und bin unendlich dankbar für dieses Geschenk, mir das zur Zeit leisten zu können.

Aber nicht nur der Cappuccino und das Schnattern sind wunderbar. Auch, die "Knabbereien" so nebenbei:

                                                                        Pancakes
                         
French Toast

Entgegen einiger Befürchtungen müssen wir uns hier Gott sei Dank nicht von Maisbrei ernähren.
Naja, gesund isses ehrlich gesagt auch nicht. Aber LECKER...

Nebenbei erwähnt fand ich es ja heute Morgen sehr spannend aus dem Haus zu fahren und angesichts des seit drei Tagen herrschenden Plastiktütenverbots nachzuschauen, in welcher Form und Hülle andere ihren Hausmüll für die Müllabfuhr bereitstellen. Uns war auf die Schnelle keine Alternative zum schnöden Abfallsack eingefallen, und so haben wir es riskiert das Plastikding rausstellen zu lassen.
Und welche Überraschung, es ging wohl allen anderen auch so.


Aber wir sind willig, die angekündigten Strafen für Plastiktütengebrauch / - mißbrauch enorm hoch (25.000 Euro !), so dass wir weiter intensiv über Alternativen grübeln.

Vorschläge sind herzlich willkommen (bitte unter der Kommentarfunktion).


Dienstag, 29. August 2017

Ein Leben ohne Plastiktüten?

Die Schule hat uns voll im Griff. Hausaufgaben, Vorbereitung auf den Unterricht, Ranzen packen. Die Kinder haben dazu mal mehr Lust und meistens (leider) weniger. Nun gut. Aber wenn ich früh das Auto aufmache sitzen sie flugs drinnen und schnattern und steigen in der Schule fröhlich und winkend aus. Also alles in Butter.

Manchmal machen wir nach dem Abholen noch ein paar Besorgungen. Da fällt dann auch mal Kuchen und Kaffee für uns ab.


Seit gestern ist die Verwendung von Plastiktüten hier in Kenia untersagt. Das wird jetzt spannend. Bisher sind wir vom Einkauf immer mit so 20 Plastiktüten nach Hause gekommen. Manche Märkte packen jetzt in ähnliche Tüten, nur eben aus abbaubarem dünnen Stoffgewebe ein, der Bäcker nutzt Papiertüten. Unser Obst- und Gemüsehändler hat gestern große Bastkörbe angeboten. Ganz schick sogar.
Aber wohin mit dem Müll im Haus? So richtig hat dafür bisher keiner eine Lösung. Mal sehen, was sich andere einfallen lassen. Ein prima Thema für den Schulhof ;-)
Jedenfalls eine großartige Sache. Ich bin erstaunt, dass gerade Afrika hier Vorreiter ist. Trotzdem ist es nur eine halbe Lösung. Übrig bleiben nämlich die Millionen und Abermillionen Plastikflaschen, denn ein Pfandsystem gibts hier nicht. Aber das kommt dann bestimmt auch irgendwann.

Sonntag, 27. August 2017

Sonntagsgedanken

Da waren wir nun heute wieder beim sonntäglichen Gottesdienst. Es ist immer eine kleine Runde, aber heute waren immerhin acht Kinder dabei. Unsere zwei Süßen durften mitgestalten und vorlesen.



Haben sie prima gemacht. Erstaunlich ist, dass trotz der wenigen Leute der Gesang (und zum Glück sind es immer wundervolle, eingängige Melodien) wesentlich lauter, freudiger und kräftiger erscheint, als die paar Stimmchen in Kröllwitz. Zudem wunderbar klavierbegleitet.
Und ja, es gab natürlich wieder den saftigen wunderbaren Schokokuchen und Kaffee und reichlich Geschnattere im Anschluß im Garten. Das war wundervoll, denn wir haben heute angenehme 27 Grad.

Am Nachmittag sind wir dann ins Peponi Springs gefahren. Das ist sowas ähnliches, wie in Halle das Objekt 5. Ein traumhafter wilder Garten und einige Verkaufsstände von einheimischen Designern.




Auch ein deutscher Bäcker war mit backfrischen Brezeln vor Ort. Lecker. Ich hab mich an Samosas gehalten, Michael hat wie immer eine Ziege verspeist. Die schmeckte allerdings wider Erwarten tatsächlich sehr sehr lecker. Fanden auch die Kinder. Die zwei Gläser Weißwein haben mir allerdings ganz schön zugesetzt.

Auf dem Heimweg haben wir dann nochmal anhalten müssen. Am Straßenrand lag eine junge schwarze Frau und hatte einen heftigen epileptischen Anfall. Also wie immer stabile Seitenlage und das ganze Programm. Sie war in Begleitung ihrer gleichaltrigen, vielleicht 20 Jahre alten Schwester. Das mit dem Alter ist hier so eine Sache. Es fällt mir unheimlich schwer, das hier zu schätzen. Für eine Ambulanz hatten sie nicht das Geld, geschweige denn für die dann folgende ärztliche Behandlung. Also keine Ambulanz. Nach ein paar Minuten kam sie dann wieder zu Bewußtsein. Die Medikamente waren seit 5 Tagen alle und es gab kein Geld für neue. Wir sind noch ein Weilchen bei ihr geblieben, haben sie mit Wasser versorgt und Verhaltensregeln anschaulich erklärt. Es gibt hier keinen Anfang und kein Ende. Wir leben hier wohlbehütet und mit vielem Komfort. Aber rund um uns herum sind Slums mit unendlichem Elend. Abertausende Menschen. Tja, wo soll man anfangen und wo hier aufhören?

Samstag, 26. August 2017

wir sind plattenlos...

Einplatten-Erdogan ist kaputt....
Also nicht nur ein bißchen, sondern komplett. Das wars dann also mit der türkischen Wertarbeit. Alles Schrott (ich werde mal vorsichtshalber die nächsten Flüge NICHT über Istanbul buchen).
Was also nun? Einen neuen Erdogan kaufen (der auch nur kurz hält???).
Meine allerliebste Mutter hat mich folgendermaßen getröstet:

Sekt kaltstellen ist ja auch irgendwie Kochen...

Prima. Mein neues Motto. Mal sehen, ob die Kinder das auch so gut finden - wahrscheinlich nicht.
Ein großer neuer Gasherd ist erst nächsten Monat drin. Wir werden also noch ein bißchen improvisieren müssen.
Gesagt getan, heute waren wir jedenfalls erstmal essen. Jeder was anderes. Pizza, Chickenfingers mit Chips, Chapati und afrikanisches Hühnchen Stew. Dazu Fanta, Tusker und Weißwein. Sehr sehr lecker...

Das mit dem Essen ist auch immer sehr interessant. Viele Familien unterschiedlichster Nationalitäten. Ein wunderbarer bunt zusammengewürfelter Mischmasch. Herrlich!

Und dann interessanterweise zwischendrin immer ein paar einzelne ältere Herren (meist > 70 J.) in sehr junger inniger afrikanischer Begleitung.


Nun könnte man sich darüber jetzt echauffieren. Aber mal ganz ehrlich, das gleiche Bild hab ich auch schon mehrfach in besten Restaurants am Schlachtensee beobachen können. Also, jeder wie er möchte. Scheint ja doch irgendwie eine Win Win Situation zu sein.

Morgen planen wir wieder zum Gottesdienst in die Botschaft zu fahren (schon alleine wegen des fantastischen Schokoladenkuchens ;-) und anschließend noch einen Ausflug ins Peponi Springs zu machen. Ich werde berichten...



Donnerstag, 24. August 2017

Musik highlight

Heute morgen war ich auf der Hut. Ich wollte unbedingt den Sonnenaufgang sehen. Das geht von unserem Balkon ganz vorzüglich. Allerdings ist es immer ein sehr kurzes Schauspiel und dauert nur ca. 3 min. Aber, ich war vorbereitet...





Nachdem der Tag heute mehr langweilig war als alles andere (hier schleicht sich so langsam Routine ein), musste ich doch beim Durchsehen der Schulranzen der Kinder SEHR lachen.
Beide hatten heute ihre erste Musikstunde. Es sei wohl ein sehr netter junger Lehrer, wurde mir begeistert berichtet. Raphael zählt jetzt neben IT auch Musik zu seinen Lieblingsfächern. Als ich in den Musikhefter schaute und das Lied sah, was sie singen sollten, wurde mir so einiges klar:



Es lebt der Eisbär in Sibirien,
es lebt in Afrika das Gnu,
es lebt der Säufer in Delirien,
in meinem Herzen lebst nur du, a-u-a, u-a-ua-u,
in meinem Herzen lebst nur du!

Es schwimmt im Meere die Blondine,
die Badefrau, die sieht ihr zu,
es schwimmt im Öle die Sardine,
in meinem Herzen schwimmst nur du!

Es knickt der Sturm die starke Kiefer,
es knickt das Gras die bunte Kuh,
es knickt die Magd das Ungeziefer,
mein armes Herze knickst nur du!

Es spuckt der Bäcker in die Hände,
es spuckt die Köchin ins Ragout,
es spuckt der Lausbub an die Wände,
in meinem Herzen spukst nur du!

Es haut der Förster seine Föhren,
es haut die Magd die Türe zu,
es haut der Lehrer seine Gören,
in meinem Herzen haust nur du!


Ich bin begeistert. Da wird doch mal endlich vernünftiges Liedergut gelehrt. Ich krieg mich nicht mehr ein... Mein Großvater Hanne wäre begeistert, der sang auch immer solche Zoten.
Mal sehen, wie es mit der Bildung hier so weitergeht...


Mittwoch, 23. August 2017

Müllgeschichten

Müll fällt überall auf der Welt an, so auch hier bei uns. Während wir in Halle vier bunte Mülltonnen gestellt bekamen (eine für Restmüll, eine gelbe Tonne und zwei Papiertonnen) fliegt hier alles und jedes in EINEN Sack. Das ist so ein einfacher großer blauer Müllsack. Der steht dann hier bei uns in einem der Wirtschaftsräume und wird so nach und nach mit den anfallenden kleinen Mülltüten aus dem Haus befüllt. Da müffelt eigentlich auch nichts, denn eines geht hier gar nicht. Es werden niemals Lebensmittel weggeworfen. Das wäre ein absolutes No go - in Anbetracht der Tatsache, dass nicht weit von uns Hunger herrscht. Ausnahmen sind natürlich Verdorbenes. Haben wir Reste übrig, dann verteilen wir das an die Guards, den Caretaker oder Winnie.

Während nun allerdings in Halle die Stadtwirtschaft nur aller 2 Wochen mal vorbeikam, haben wir hier die Müllabfuhr aller zwei TAGE (Montag, Mittwoch und Freitag). Die sind ja wirklich fleißig. 

Heute ist Mittwoch, also ein Müllabholtag. Also stellten wir unsere Mülltüte früh vor die Haustür. Dann kommt Boniface und bringt den Müllsack ein paar Meter weiter an die nächste Straße. So, und da liegt die dann auf dem Grünstreifen rum. Nicht lange (die Müllabfuhr ist nicht nur fleißig, sondern auch flott), aber ausreichend genug, damit die Müllsortierer noch ihrem Tagewerk nachgehen können. 
Die Müllsortierer kommen hier meist im Dreiergespann und nehmen jeden einzelnen Müllsack sorgfältig auseinander. Alles, was irgendwie verwertbar erscheint, wird gesichert und mitgenommen. Da sie aber im Anschluss jeden Sack wieder fein säuberlich mit dem Durchsortierten und nicht Brauchbaren füllen, werden sie geduldet. Das heißt, man lässt sie machen.

Am Nachmittag hat es heute kräftig gewittert. Die Erde, die Tiere und die Planzen freuts. Mich selbst nicht so sehr, naja, so mittel. 




Dienstag, 22. August 2017

Schnellhefter, Umschläge und andere Unmöglichkeiten

Mmh, da standen wir dann ganz schön blöd da. Die Kinder hatten in der Schule eine lange Liste mit benötigten Unterrichtsmaterialien bekommen. So weit, so gut. Alles wie in Deutschland. Blöcke, Schnellhefter, Hefte DIN A4 und DIN A5,  Umschläge usw.
Das gibts hier alles. In Schreibwarenläden und in den Supermärkten.

Aber....
Das alles in verschiedenen Farben. Gewünscht werden: rot, blau, grün, schwarz, lila, braun, orange und gelb! Sowohl bei den Heftumschlägen, als auch bei den Schnellheftern.

Ich weiß nicht so recht, ob ich die Lehrer mal darauf hinweisen sollte, dass wir uns hier in Afrika befinden. Es gibt ja hier auch Schnellhefter. Wir haben sogar drei verschiedene Farben gefunden. Es gibt auch Hefte in den gewünschten Größen. Sogar liniert und kariert mit Rand! Aber das wars dann auch schon. Von Heftumschlägen haben die hier noch nie was gehört. Ich glaube, die Kenianer sind froh, wenn sie sich die Hefte leisten können. Da würde keiner auf die Idee kommen auch noch einen Umschlag dafür zu kaufen. Und von verschiedenen Farben ganz zu schweigen...

Nun gut, dann müssen wir also erstmal improvisieren und werden dann Ende September, wenn wir kurz in Halle sind, das Benötigte besorgen. Ich ahne schon, dass wir mit vier Koffern nach Deutschland reisen und mit acht vollen wieder zurückfliegen...