Montag, 20. November 2017

King for a day

Ach Mensch, warum vergeht die Zeit nur so schnell? Schon wieder ein Jahr.  Und während wir natürlich voller Stolz und Freude (aber eben auch einem klitzekleinen bißchen Wehmut) unserem Raphael gratulieren, entert das Geburtstagskind  voller Freude den Gabentisch. Neben allerlei schönen Dingen findet er dort auch eine von ihm heißbegehrte Pfirsich-Sahnetorte. Die wird natürlich sofort zum Frühstück des Tages erklärt. Sein Urteil: "Fast so gut wie die von Mimi (meine Mama). Aber immerhin sehr sehr lecker." Na, da hab ich ja nochmal Glück gehabt...

Für größtes Glück sorgte eine sehnlichst gewünschte Nerf. Nun ja, da gibts dann tatsächlich zwischen der Nord- und Südhalbkugel keine Unterschiede. Diese Dinger ner(f)en auch hier die Eltern ;-)


Und dann gings mit einer großen Schüssel Muffins in die Schule. Sollen ja schließlich alle was vom Geburtstag haben.

Raphael hat sich fürs neue Lebensjahr etwas mehr Fitness gewünscht. Da konnte er dann gleich auf dem Heimweg von der Schule anfangen. Unser Guard und der Gärtner standen zufällig vorm Tor, als beide Kinder angelaufen kamen und feuerten dann lautstark an.


Raphaels Wahl bezüglich des Lokals anlässlich seines Geburtstagsessens fiel diesmal auf ein Bistro mit einer sehr schönen Dachterrasse. Da haben wir dann den Abend verbracht.



Mittlerweile schlafen die Kinder und wir haben erneut Kuchen und Kekse gebacken. Morgen steht der nächste Kindergeburtstag an.
Alles auf Anfang...

Unsere beiden kleinen Welpen werden auch rasant größer. Das erfüllt uns widerum nicht mit Wehmut, sondern mit Freude. Die große Aufregung der beiden hat sich gelegt. Sie haben unseren großen Garten zum Spielparadies erklärt, freunden sich mit den Guards an (die sich ebenfalls über die Gesellschaft freuen) und üben fleißig an der Leine zu gehen. Das zumindest bisher im Garten. Wenn es bald noch besser klappt, dann freue ich mich auf den täglichen Morgenspaziergang.


Mittwoch, 15. November 2017

LEG's

LEG's = Lernentwicklungsgespräche. Da halten wir es hier in Afrika wie in Deutschland. Nun gut, es ist ja auch eine deutsche Schule. Nun kennen wir diese Kinder-Eltern-Lehrer-Gespräche zum Lernverhalten und Bildungsstand ja schon aus der Heimat. Einen ganz entscheidenden Unterschied gibt es aber doch: hier ist so ein Tag schulfrei. Da schlägt das Kinderherz doch gleich höher.
Wir hatten unseren Termin mittags um 13:00 Uhr. In Halle hätte ich mir dafür wahrscheinlich einen Tag Urlaub nehmen müssen. Hier haben wir es einfach genossen und ausgeschlafen.

Die Gespräche selbst waren auch sehr interessant, weil die Kinder das Sagen hatten. Sie durften beginnen, sich selbst einschätzen, Wünsche äußern, Kritik üben. Und der Lehrer hört zu, stellt gelegentlich Fragen und kommentiert am Schluß. Ich selbst war eigentlich zur Zuschauer, jedoch schwer beeindruckt wie selbstbewußt, flüssig und völlig angstfrei die beiden da so vor sich hin referierten.


Fazit: alles in Butter, gute bis sehr gute Noten, sichtbarer Fleiß und geglückte Integration.

Das Ganze haben wir dann wieder daheim mit Eierkuchen gefeiert und dann weiterhin den schul- und AGfreien Nachmittag genossen.

Dienstag, 14. November 2017

besondere Umstände...

...erfordern bekanntlich besondere Maßnahmen. Nun hatten wir ja den Kindern bereits in Deutschland den Kauf eines Hundes versprochen. Ganz uneigennützig war das natürlich nicht. Angesichts der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen hier in Nairobi sind Hunde auf dem Grundstück sehr sinnvoll, weil sie Alarm schlagen, falls sich Bösewichte nähern,  Schlangen durchs Gras schlängeln oder Geparden nähern. Naja, letzteres ist sehr unwahrscheinlich, aber es ist vor ein paar Monaten mal einer in der Nähe gesichtet worden. Bösewichte gibts hier dafür umso mehr. Haben diese Woche nicht mal vor einem Botschaftshaus halt gemacht. Und das ist abwehrtechnisch hochaufgerüstet! Unser Elektrozaun funktioniert zum Beispiel nicht bei Generatorbetrieb. Das find ich schon etwas gruselig, obwohl der Guard die ganze Nacht auf dem Grundstück patroulliert.

Naja, und dann kamen wir am letzten Wochenende wie die Jungfrau zum Kind. Ein Schulfreund von Hanni und Rapha hatten Welpen. Und die sollten schnell weggegeben werden. Für lau sozusagen. Das ist nun wiederum ein Sechser im Lotto, weil Hunde (zumindest einigermaßen vernünftige) hier sehr teuer sind. Außerdem bekamen wir von der Familie das Angebot der Urlaubsbetreuung, solange die Welpen noch klein sind. Später können das auch unsere Guards machen.

Nun ja, tada:


Das sind die beiden Schlawiner. Ein Mix zwischen Golden Retriever und Labrador.


Der blonde heißt Whisky und gehört Hannchen.


Der dunkle hört auf den Namen Albert Conan Einstein. Aber es hätte schlimmer kommen können. Manfred war auch im Gespräch ;-)


Sonntag, 12. November 2017

Strom und Käsekuchen

Ja, wir haben wieder Strom. Nach unzähligen Anrufen beim Stromanbieter und mittlerweile ansteigendem Aggressionspegel kam dann endlich am Mittwochabend jemand vorbei. Und wie sollte es auch anders sein, wir waren entgegen den mehrfachen Auskünften des Stromanbieters überhaupt nicht disconnected. Nein, nicht und niemals. Es war lediglich eine Sicherung im Guardhäuschen rausgesprungen. Oh man, wegen so einer Lappalie haben wir Unmengen an Diesel und Nerven gelassen. Aber egal, wieder was gelernt. Den Aussagen des Callcenters des Stromanbieters sollte man nicht glauben.

Ansonsten hatten wir eine sehr schöne Woche. Dank des von Rayane geschenkten und über die Botschaft bei Aldi erworbenen Speisequarks kamen wir in den Genuß eines leckeren Käsekuchens. Ich hab zwei davon gebacken. Einen in Rayanes Küche und dann zwei Tage später einen für uns. Das war dann wirklich mal wieder ein bißchen Heimatgefühl.


Samstagabend haben wir zum ersten mal das Lord Erroll besucht.


Ein sehr britisch geprägtes Restaurant hier in der Nähe. Es war eine Benefizveranstaltung für eine Schule im nördlichen Nomadengebiet. Sehr nett. Mit Konzert. Ein afrikanischer Künstler und eine südamerikanische Sängerin namens Ines.


Liebe Edith, Ines kommt zwar aus Argentinien, aber ich musste trotzdem sehr an dich denken, als sie da so in ihrem fröhlichen temperamentvollen Spanisch loslegte.
Anschließend blieb noch eine kleine Gruppe zum Essen. Wir waren zu zehnt und hatten an einem großen runden Tisch viel Spaß.


Ansonsten bot auch dieses Wochenende weitere Abwechslung. Im Karura Forest fand ein großer Markt statt. Viele Stände, wunderbare Dinge. Im Grunde genommen wahrscheinlich sowas, wie in Deutschland ein Dawanda Markt. Und so haben wir zwar auf regendurchweichter Wiese, jedoch bei herrlichen 25 Grad im Sonnenschein die ersten Weihnachtsgeschenke erworben.



Es ist schon eine verrückte Vorweihnachtszeit hier.


Dienstag, 7. November 2017

Party, Party und noch kein Strom

Ja, unsere Klassenparty am Samstag war der Hit. Die Sonne hatte gute Laune und war zwei Stündchen mit von der Partie. Danach hatte sie wahrscheinlich genug von uns. Aber egal, die Zeit hat gereicht, damit die Kinder baden konnten. Als sich dann der Himmel in eine schwarze Wand verwandelte haben wir schnell alles geschnappt und sind ins Haus umgezogen. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Gegrillt haben wir auf der Terrasse unter dem Vordach. Ausreichend Bier und Wein taten ihr Übriges. Selbst die sonst etwas zurückhaltende Klassenlehrerin war nicht wiederzuerkennen. Unser neuerworbener Grill bog sich buchstäblich unter der Last. Man hatte die Qual der Wahl zwischen selbstgemachten Cevapcici, marokkanischen Hackröllchen, verschiedensten Würstchenarten, Zitronenhühnchen, riesigen Rumpsteaks und so weiter. Wir waren zwar an die dreißig hungrige Mäuler, aber es war nicht zu schaffen. Nun ja, meine Tiefkühltruhe ist jetzt zumindest gut gefüllt.


Der harte Kern blieb bis 23.30 Uhr. Die Kinder hatten trotz der späten Stunde auch ihren Spaß (oder gerade deswegen?)

Leider scheint sich das mit dem Strom hier zum Dauerhit zu entwickeln. Wir sind immer noch stromlos und hoffen nach unzähligen Anrufen und persönlichem Erscheinen beim Stromanbieter, dass sich nun heute endlich etwas tut. Eine Garantie gibts dafür allerdings nicht. Unser Generator arbeitet seit letzten Freitag im Dauerbetrieb. Wahrscheinlich sollte ich ihn ab und zu mal streicheln, unseren Retter in der Not.

Heute morgen gab es mal wieder ein Highlight. Ich war zum Frühstück eingeladen. Zusammen mit allen anderen Elternvertretern. In die Schweitzer Residenz. Die Frau des Schweitzer Botschafters und Vorsitzende des Elternrates hatte geladen. Nun ja, ich hatte zunächst kurz ein wenig überlegt. Aber ich gebs zu. Ich bin nunmal einfach neugierig. Und außerdem muss sich der Job als Elternvertreter ja auch irgendwie lohnen, oder?

Fazit:  Es war wirklich wunderbar. Ein sehr schönes Haus mit einer riesigen Terrasse und sehr schönem Garten. Die Tische so wunderbar eingedeckt. Es ist ja so, dass sich hier immer wieder die gleichen Leute treffen. Nur die Orte wechseln. Und so war es wieder ein großes Hallo und fröhliches Schnattern. Und dann habe ich bei Kaffee und Sekt ein hervorragendes Bircher Müsli mit einem Silberlöffelchen gegessen. Und Käse!


P.S.
Das mit dem Butler hat mich auch beeindruckt. Mal sehen, ich muss mal mit Michael reden. Vielleicht geht da noch was ;-)

P.P.S.
Mama, das war ein Scherz!

Donnerstag, 2. November 2017

Koffein und Chorgesänge

Aber nein. Seid alle beruhigt. Trotz des vorübergehenden akuten Koffeinmangels sind wir nicht am Dahinsiechen. Sagen wirs mal so, wir überleben. Irgendwie, aber immerhin. Am Leben erhält uns momentan eine gute alte und bewährte Bodumkanne. Es könnte schlimmer sein.


In der Zwischenzeit haben wir Halloween hinter uns gebracht. So rumlaufen im Dunkeln und an Türen klingeln geht ja hier nicht. Erstens, weil man hier im Dunkeln einfach aus Sicherheitsgründen nicht rumläuft. Zweitens, weil es keine Klingeln an den Toren gibt. Da steht dann immer heimisches Wachpersonal. Und die würden wahrscheinlich die Süßigkeiten eher selbst aufessen, als sie zu verschenken.
Wir haben trotzdem das Beste daraus gemacht und einen wunderbaren Abend bei Freunden verbracht. In herrlichster Gruseldekoration (Rayane sei Dank!), mit geschnitztem Kürbis und Pizza.



Außerdem bin ich seit gestern neues Mitglied des Schulelternchors. Na da hab ich mir ja was eingebrockt. Das letzte mal hab ich glaub ich in der Grundschule im Chor gesungen. Sonst nur an abendlichen Kinderbetten, im Auto oder unter der Dusche. Und dann kam als erstes die Frage: "Alt oder Sopran?" Was weiß denn ich. Wahrscheinlich irgendwo so dazwischen. Ich hab mich dann der Alt-Fraktion angeschlossen. Was ein Glück! So hoch wie der Sopran dort singt, da muss man Angst um seine Gläser haben. Respekt. Nun mümmele ich also im Alt vor mich hin.


Und dann die Lieder. Das erste französisch, 13. Jahrhundert. Das zweite englisch,  auch schon mehrere hundert Jahre alt (dementsprechend auch die englische Sprache) Das dritte Swahili. Also langweilig wirds jedenfalls nicht. Hat Spaß gemacht. Ich fuchs mich da schon rein.

Morgen haben wir eine große Klassenparty mit Kindern und Eltern bei uns im Garten geplant. Ich habe etwas Sorge wegen des Wetters. Im Moment sind wir mitten in der kleinen Regenzeit und ich hoffe sehr, dass es zumindest trocken bleibt. Wir wollen am Pool grillen und über dem Feuer in der Feuerschale Marshmallows rösten. Zur Not bleibt uns immer noch das große Wohnzimmer (der ehemalige Tanzsaal). Da können wir uns alle am Kamin wärmen. Naja, es kommt wie es kommt. Und bekanntlich finden die bestens Partys ja sowieso immer in der Küche statt.
Ich werde berichten.


Sonntag, 29. Oktober 2017

Sonnenschein und Kaffeekummer

Wir haben mal wieder ein wunderbar entspanntes Wochenende hinter uns. Sogar ohne größere Stromausfälle. Das ist doch mal was.


Leider hat die Elektronik unserer heißgeliebten Kaffeemaschine das letzte Wochenende mit den ständigen Stromausfällen und -schwankungen und Generatoreinsätzen nicht überlebt. Hatte sie bis dahin tadellos und unermüdlich dafür gesorgt unseren Koffeinspiegel auf stabilem Niveau zu halten, ging am nächsten Morgen gar nix mehr. Nichts, nada, niente. Keine Reaktion. Nicht mal das Bemühen auch wenigstens ein klitzekleines Lämpchen leuchten zu lassen.

So, und damit sind wir, was unseren Koffeinhaushalt angeht wieder auf Anfang. Wir werden unser Lieblingsstück wohl zu Weihnachten im Koffer mit nach Deutschland bringen und dem Reparaturdienst zusenden. Vielleicht ist ja noch was zu retten.

Raphael und Johanna haben mittlerweile mit Freunden den "Hausaufgabenclub" gegründet. Funktioniert ganz prima. Oft mit anschließender Übernachtung.


Auch das Denglisch wird immer ausgeprägter. Da fallen dann bei Diskussionen so Sätze wie "Please, stop with einmisching."  Nun ja, da mussten wir dann doch lachen.