Ja, es klackert. Ab und zu. Von Zeit zu Zeit. Zumeist in den Abendstunden.
Da sitzen wir entspannt bei einem Glas Wein, genießen dank Netflix Tarantino und dann macht es an manchen Abenden Plopp oder Klack oder Rums. Je nachdem. Dabei haben wir in solchen Situationen genug Splatter auf dem Bildschirm.
Bei uns regnet es nämlich am Abend im Kamin. Nein, diesmal haben wir, man möge es kaum glauben, tatsächlich keine Wasserprobleme.
Es regnet Knochen!!!
Diverse. Rippchen, Oberschenkel und so weiter. Erstaunlicherweise aber immer nur Knochen. Kein Stroh, kein Ast, keine Früchte. Nein, Knochen. Säuberlich abgeknabbert.
Wir hatten ja schon vor einiger Zeit bemerkt, dass der Rauch in unserem
Kamin nicht wunschgemäß abzieht und es ordentlich ins Haus qualmt. Nun wissen wir zumindest, dass da drinnen im Schornstein jemand wohnt. Aber wer? Oder was?
Auch bei intensivstem Lauschen ist keinerlei Geräusch vernehmbar. Nicht mal ein kleinstes Rascheln.
Wahrscheinlich werden wir unseren Boniface demnächst mal aufs Dach schicken, um nachzusehen. Irgendwie müssen wir dem Kaminschornsteinbewohner ja kündigen.
Wir werden beobachten und berichten. Falls jemand eine Idee hat, immer her damit.
Freitag, 29. März 2019
Sonntag, 17. März 2019
Eine kenianische Hochzeit oder wie ich die Toilette des Bischofs benutzen durfte
Da hatten wir doch, gemeinsam mit einem befreundeten Paar, das Glück, zu einer kenianischen Hochzeit eingeladen zu sein. Gestern. Das ist schon etwas Besonderes. Gerade für uns als Muzungus hier in Afrika. Eingeladen hatten uns Duncan & Rosalyn. Den Bräutigam kenne ich aus Mathare. Er arbeitet dort als Sozialarbeiter in dem Projekt, in welchem wir immer die Sanitary Pads nähen lassen.
Im Grunde genommen wußten wir nicht so recht, was da auf uns zu kommt. Nachdem wir also am Morgen die Kinder "verkauft" hatten, das Geschenk gebastelt war (ein paar größere Geldscheine filigran gefaltet und arrangiert), hübschten wir uns auf und tranken einen letzten Kaffee. Wir hatten Michaels Fahrer für den Morgen bestellt und hofften, dass er den Ort der Feierlichkeiten leichter finden würde, als wir. Wir verließen also das städtische Nairobi und fanden uns bald in völlig unbekanntem Gebiet wieder. Tiefster Slum. Die Kirche mittendrin, schwer zu finden. Und nun denkt man ja als Frau in so einer Situation praktisch und bittet den Fahrer, doch mal jemanden am Straßenrand nach dem Weg zu fragen. Ich bin mir nicht sicher, vielleicht ist das ja irgend sowas genetisches auf dem Y-Chromosom. Auch kenianische Männer scheuen sich davor, so etwas Entwürdigendes zu tun. Half ihm allerdings nichts, unser zunehmendes Fordern ließ ihm keine Wahl.
Irgendwann waren wir dann am Ort der Feierlichkeiten angelangt. Die Gegend war für mich nach nun fast zwei Jahren Kenia immer noch derart beängstigend, dass wir unseren Fahrer in diesem Moment für den ganzen Tag buchten. Und so hatte ich zumindest stets das beruhigende Gefühl, das Auto steht direkt vorm Eingang.
Und mir war ja klar, das es nicht, wie auf diversen Programmen angekündigt, morgens um zehn losgeht. Aber als um halb zwölf endlich ein großes Auto mit bunten Lichtern reifenquietschend vorfuhr, hoffte ich doch inständig, die Braut würde nun endlich erscheinen. Nö. Es war der Bischof. Angesichts der Größe seines Autos war mir augenblicklich klar, dass die Kollekten hier sehr großzügig ausfallen müssen. Der Bischof erschien also mit zwei Bodyguards in schwarzen Anzügen, die sich übrigens in der gesamten Zeit seiner Anwesenheit, das Funkgerät ständig in Bereitschaft, maximal fünf Meter von diesem entfernten. Ist ja auch gefährlich in so einer Kirche.
Nach nun jedenfalls reichlich Tamtam und Tänzen und Brimbamborium erschien dann irgendwann mit zwei Stunden Verspätung die Braut. Hallelujah.
Mittlerweile waren wir ob der unerträglich lauten Beschallung schon fast taub. Ich habe selten in meinem Leben meine Trommelfelle vibrieren gespürt. Gestern allerdings schon. Die Trauung zog sich nun ein wenig hin. Viel Gesang, viel Tanz, viel Predigt. Und zwischendurch immer wieder für ein paar Sekunden das Einspiel einer Harmonium Orgel, die genauso blechern klang, wie früher in den 70-iger Jahren. Erklang jedenfalls die Orgel, standen alle auf, bewegten Schultern, Arme und den Hintern im Sinne einer kurzen Tanzeinlage und setzten sich dann wieder. Nun war also nach geraumer Zeit die Trauung vollzogen. Es war mittlerweile gegen ein Uhr mittags. Aber nein, es war nicht zu Ende. Ohne Unterbrechung begann nun der Gottesdienst. Wieder Predigten, Gesang und Tanzeinlagen. Ich verstehe jetzt auch, warum in afrikanischen Kirchen so oft zwischendurch getanzt wird. Man kann gar nicht stundenlang auf diesen Plastikgartenstühlen sitzen. Da ist die Bewegung zwischendurch eine willkommene Abwechslung.
Ich brauchte nun allerdings, ob dem immensen Lärm, eine Pause. Und was bietet sich da an? Frauen müssen doch immer mal ihre Blase erleichtern. Immer ein guter Grund. Und wie ist das so bei Frauen, die gehen gemeinsam aufs Klo. Aus diesem Grund befand Sigrid, die neben mir saß, es für wichtig, mich zu begleiten. Nun gab es da allerdings gar keine öffentliche Toilette. Allerdings genügend Wachpersonal für den Bischof. Und, ja, ich schäme mich ein wenig, aber manchmal ist es hier hilfreich, blond und hellhäutig zu sein. Uns wurde jedenfalls angeboten, die ansonsten verschlossene und wahrscheinlich heilige Toilette des Bischofs zu benutzen. Dem Himmel sei Dank! Dazu mussten wir dann auch sein Büro durchqueren. Einblick ins Allerheiligste der Kahawa West Gemeinde.
Nach unserer Rückkehr geschahen weitere merkwürdige Dinge. Dem Bischof standen zwei Diener zur Seite. Einer hielt das Mikrofon, der andere war Schweißabwischer und kam dieser Aufgabe auch aller zwei Minuten sorgfältig nach.
Merkwürdig war ebenfalls, das nach diversen Hallelujahs eine Art Kunstschnee (oder vielleicht auch Rasierschaum) aus Dosen in die Luft gesprüht wurde. Sozusagen als eine Art Konfetti-Ersatz. Immerhin innovativ.
Wie auch immer, es gab so einige Merkwürdigkeiten. Zum Beispiel das Aquarium im Altarraum, die zwei Throne und nicht zu vergessen, die sich wiederholenden Polonaisen durch die Kirche.
Irgendwann war es dann aber geschafft. Und die gesamte Kirchgemeinde, also etwa 350 Personen, machte sich auf den Weg. Die Lokalität wurde gewechselt. Ein paar Kilometer weiter fanden wir auf einem Feld Festzelte, ein aufgebautes Buffett und natürlich einen Alleinunterhalter mit Mikrofon und ohne Hemmungen.
Uns wurde ein ganz netter Platz zugewiesen und ein Anstellen an der langen Schlange am Buffett wurde uns verwehrt. Nein, das ginge nicht. Und so wurden wir schnurstracks nach vorne geführt.
Das Essen schmeckte ganz passabel. Es war allerdings mittlerweile auch schon nachmittags um drei und der Hunger war groß. Da die Zelte auf nahezu freiem Feld aufgebaut waren, fegte der Wind immer mal wieder eine ordentliche rote Sandwolke über die Teller und das Essen. Machte uns nun mittlerweile auch nichts mehr aus.
Als Getränk bot der Cateringservice etwas ganz besonderes an:
Eigenes, ganz persönliches Hochzeitswasser. Auf der Rückseite wurde dann auch noch die gleiche Möglichkeit der Flaschenpersonalisierung für Geburtstage oder Beerdigungen beworben.
Ein Wasser also, für alle Gelegenheiten. Ob dann allerdings bei den Beerdigungen das Foto des Verstorbenen auf das Etikett gedruckt wird... das wäre schon interessant.
Und wieder gab es Tanz und Spiele und Polonaisen. Der Zeremonienmeister scheute nix.
Bei einem der Spiele wurden unsere Männer eingebunden. Wir dazugehörigen Frauen mussten sie dann auslösen, ansonsten wären sie versteigert worden. War schwierig, da diese Ansagen und Erklärungen nur in Suaheli gemacht wurden. Wohlweislich in der Annahme, dass wir weißen Frauen unsere Männer dort sitzen lassen. Der Zeremonienmeister hätte nämlich seine helle Freude an der Versteigerung gehabt.
Aber da war sie wieder. Die weltweite, Kontinente und Hautfarben ignorierende, Solidarität unter Frauen. Wir wurden sozusagen von unseren kenianischen Sitznachbarinnen aufgeklärt und in Richtung unserer Männer geschickt. Mit der klaren Ansage, sie UNVERZÜGLICH und SOFORT abzuholen. Haben wir gemacht und unsere Gatten waren sichtlich erleichtert.
Auf den Genuß der Hochzeitstorte haben wir dann allerdings verzichtet. Hübsch sah sie aus, aber selbige stand den gesamten Tag über in der Sonne.
Was bleibt zu sagen? Es war großartig, laut, fröhlich und ein bißchen scary.
Danke an Duncan & Rosalyn, dass wir diesen großartigen Tag mit euch gemeinsam erleben durften.
Im Grunde genommen wußten wir nicht so recht, was da auf uns zu kommt. Nachdem wir also am Morgen die Kinder "verkauft" hatten, das Geschenk gebastelt war (ein paar größere Geldscheine filigran gefaltet und arrangiert), hübschten wir uns auf und tranken einen letzten Kaffee. Wir hatten Michaels Fahrer für den Morgen bestellt und hofften, dass er den Ort der Feierlichkeiten leichter finden würde, als wir. Wir verließen also das städtische Nairobi und fanden uns bald in völlig unbekanntem Gebiet wieder. Tiefster Slum. Die Kirche mittendrin, schwer zu finden. Und nun denkt man ja als Frau in so einer Situation praktisch und bittet den Fahrer, doch mal jemanden am Straßenrand nach dem Weg zu fragen. Ich bin mir nicht sicher, vielleicht ist das ja irgend sowas genetisches auf dem Y-Chromosom. Auch kenianische Männer scheuen sich davor, so etwas Entwürdigendes zu tun. Half ihm allerdings nichts, unser zunehmendes Fordern ließ ihm keine Wahl.
Irgendwann waren wir dann am Ort der Feierlichkeiten angelangt. Die Gegend war für mich nach nun fast zwei Jahren Kenia immer noch derart beängstigend, dass wir unseren Fahrer in diesem Moment für den ganzen Tag buchten. Und so hatte ich zumindest stets das beruhigende Gefühl, das Auto steht direkt vorm Eingang.
Und mir war ja klar, das es nicht, wie auf diversen Programmen angekündigt, morgens um zehn losgeht. Aber als um halb zwölf endlich ein großes Auto mit bunten Lichtern reifenquietschend vorfuhr, hoffte ich doch inständig, die Braut würde nun endlich erscheinen. Nö. Es war der Bischof. Angesichts der Größe seines Autos war mir augenblicklich klar, dass die Kollekten hier sehr großzügig ausfallen müssen. Der Bischof erschien also mit zwei Bodyguards in schwarzen Anzügen, die sich übrigens in der gesamten Zeit seiner Anwesenheit, das Funkgerät ständig in Bereitschaft, maximal fünf Meter von diesem entfernten. Ist ja auch gefährlich in so einer Kirche.
Mittlerweile waren wir ob der unerträglich lauten Beschallung schon fast taub. Ich habe selten in meinem Leben meine Trommelfelle vibrieren gespürt. Gestern allerdings schon. Die Trauung zog sich nun ein wenig hin. Viel Gesang, viel Tanz, viel Predigt. Und zwischendurch immer wieder für ein paar Sekunden das Einspiel einer Harmonium Orgel, die genauso blechern klang, wie früher in den 70-iger Jahren. Erklang jedenfalls die Orgel, standen alle auf, bewegten Schultern, Arme und den Hintern im Sinne einer kurzen Tanzeinlage und setzten sich dann wieder. Nun war also nach geraumer Zeit die Trauung vollzogen. Es war mittlerweile gegen ein Uhr mittags. Aber nein, es war nicht zu Ende. Ohne Unterbrechung begann nun der Gottesdienst. Wieder Predigten, Gesang und Tanzeinlagen. Ich verstehe jetzt auch, warum in afrikanischen Kirchen so oft zwischendurch getanzt wird. Man kann gar nicht stundenlang auf diesen Plastikgartenstühlen sitzen. Da ist die Bewegung zwischendurch eine willkommene Abwechslung.
Ich brauchte nun allerdings, ob dem immensen Lärm, eine Pause. Und was bietet sich da an? Frauen müssen doch immer mal ihre Blase erleichtern. Immer ein guter Grund. Und wie ist das so bei Frauen, die gehen gemeinsam aufs Klo. Aus diesem Grund befand Sigrid, die neben mir saß, es für wichtig, mich zu begleiten. Nun gab es da allerdings gar keine öffentliche Toilette. Allerdings genügend Wachpersonal für den Bischof. Und, ja, ich schäme mich ein wenig, aber manchmal ist es hier hilfreich, blond und hellhäutig zu sein. Uns wurde jedenfalls angeboten, die ansonsten verschlossene und wahrscheinlich heilige Toilette des Bischofs zu benutzen. Dem Himmel sei Dank! Dazu mussten wir dann auch sein Büro durchqueren. Einblick ins Allerheiligste der Kahawa West Gemeinde.
Nach unserer Rückkehr geschahen weitere merkwürdige Dinge. Dem Bischof standen zwei Diener zur Seite. Einer hielt das Mikrofon, der andere war Schweißabwischer und kam dieser Aufgabe auch aller zwei Minuten sorgfältig nach.
Merkwürdig war ebenfalls, das nach diversen Hallelujahs eine Art Kunstschnee (oder vielleicht auch Rasierschaum) aus Dosen in die Luft gesprüht wurde. Sozusagen als eine Art Konfetti-Ersatz. Immerhin innovativ.
Wie auch immer, es gab so einige Merkwürdigkeiten. Zum Beispiel das Aquarium im Altarraum, die zwei Throne und nicht zu vergessen, die sich wiederholenden Polonaisen durch die Kirche.
Irgendwann war es dann aber geschafft. Und die gesamte Kirchgemeinde, also etwa 350 Personen, machte sich auf den Weg. Die Lokalität wurde gewechselt. Ein paar Kilometer weiter fanden wir auf einem Feld Festzelte, ein aufgebautes Buffett und natürlich einen Alleinunterhalter mit Mikrofon und ohne Hemmungen.
Uns wurde ein ganz netter Platz zugewiesen und ein Anstellen an der langen Schlange am Buffett wurde uns verwehrt. Nein, das ginge nicht. Und so wurden wir schnurstracks nach vorne geführt.
Das Essen schmeckte ganz passabel. Es war allerdings mittlerweile auch schon nachmittags um drei und der Hunger war groß. Da die Zelte auf nahezu freiem Feld aufgebaut waren, fegte der Wind immer mal wieder eine ordentliche rote Sandwolke über die Teller und das Essen. Machte uns nun mittlerweile auch nichts mehr aus.
Als Getränk bot der Cateringservice etwas ganz besonderes an:
Eigenes, ganz persönliches Hochzeitswasser. Auf der Rückseite wurde dann auch noch die gleiche Möglichkeit der Flaschenpersonalisierung für Geburtstage oder Beerdigungen beworben.
Ein Wasser also, für alle Gelegenheiten. Ob dann allerdings bei den Beerdigungen das Foto des Verstorbenen auf das Etikett gedruckt wird... das wäre schon interessant.
Und wieder gab es Tanz und Spiele und Polonaisen. Der Zeremonienmeister scheute nix.
Bei einem der Spiele wurden unsere Männer eingebunden. Wir dazugehörigen Frauen mussten sie dann auslösen, ansonsten wären sie versteigert worden. War schwierig, da diese Ansagen und Erklärungen nur in Suaheli gemacht wurden. Wohlweislich in der Annahme, dass wir weißen Frauen unsere Männer dort sitzen lassen. Der Zeremonienmeister hätte nämlich seine helle Freude an der Versteigerung gehabt.
Aber da war sie wieder. Die weltweite, Kontinente und Hautfarben ignorierende, Solidarität unter Frauen. Wir wurden sozusagen von unseren kenianischen Sitznachbarinnen aufgeklärt und in Richtung unserer Männer geschickt. Mit der klaren Ansage, sie UNVERZÜGLICH und SOFORT abzuholen. Haben wir gemacht und unsere Gatten waren sichtlich erleichtert.
Auf den Genuß der Hochzeitstorte haben wir dann allerdings verzichtet. Hübsch sah sie aus, aber selbige stand den gesamten Tag über in der Sonne.
Was bleibt zu sagen? Es war großartig, laut, fröhlich und ein bißchen scary.
Danke an Duncan & Rosalyn, dass wir diesen großartigen Tag mit euch gemeinsam erleben durften.
Freitag, 15. März 2019
Kuriositäten aus meinem medizinischen Alltag
Mannomann, war das eine Woche.....
Der Einstieg gelang mir ja als meine eigene Patientin. Magen-Darm war das Motto. Und während die Kinder und ich uns montags noch kaum aus der Nähe der Badezimmer trauten und Bettwärme genossen, sah der Dienstag schon anders aus. Zumindest für mich. Viele Jahre Schichtdienst, permanente Unterbesetzung und wahrscheinlich auch ein angeborenes ,nicht rational zu erklärendes' Helfersyndrom trieben mich bereits am Dienstagmorgen aus dem eigenen häuslichen Schutzraum hinein ins medizinische Durcheinander. Da hatte ich doch auf Milde gehofft. Und nur ein paar Patientinnen. Sozusagen zum Antesten, wie weit ich es schon schaffe. Pustekuchen. Bereits am frühen Morgen hatten sich 28 Frauen angemeldet. Na dann....
Während Raphael sich also daheim in meiner Abwesenheit mit einer Riesentafel Schokolade selbst kurierte....
....hörte ich mir in der Sprechstunde die unterschiedlichsten Geschichten an. Ihr kennt ja bereits aus meinen Erzählungen das allgemeine Spektrum aus "ich werde nicht schwanger", "ich möchte nicht schwanger werden" bis hin zu "ich bin schwanger". Und so ging das also die Woche durch bis heute Nachmittag. An die hundert Mädchen und Frauen. Jede einzigartig. Und es war wieder alles dabei. Von septischer Nierenentzündung, einem gigantischen Ovarialtumor bei einer 7-jährigen, einer seit 35 Jahren liegenden Spirale (ich weiß nicht, ob ich jemals vorher so ein Modell gesehen habe), einem beidseits bis auf die Muskulatur herunter weggefressenen Brustkrebs und einer Frau, deren vor 12 Jahren geborenes Kind an einer Deformität der Beine leidet. Damals hatten ihr die Ärzte erklärt, schuld daran wäre ihre Gebärmutter. Und nun nach 12 Jahren war der Wunsch nach einem zweiten Kind so groß, dass sie mal ihre Gebärmutter untersuchen lassen wollte. Letztendlich war alles hübsch. Manchmal kann man bei diesem hanebüchenen Unsinn nur den Kopf schütteln.
Zwischendurch hatte ich noch zwei Medizinstudenten aus Deutschland als Hospitanten, welchen in den zwei Stunden ihrer Anwesenheit Augen und Ohren schlackerten. Hier sieht man einfach Dinge, die man wahrscheinlich in Deutschland nur aus Büchern kennt.
Und zwischen all dem Gewusel, fragte mich eine der Patientinnen (bereits auf dem Untersuchungsstuhl liegend), ob ich auch andere als medizinische Dienste anbieten würde. Hä? Hatte ich da richtig gehört? In der Tat. Sie fragte mich, ob ich bereit wäre, sie zur Bank zu begleiten. Sie hätte doch tatsächlich in erworbenen Second Hand Klamotten einen 1.000.000 Dollar Schein gefunden. Allerdings besitze sie gar kein Bankkonto, aber ich hätte doch bestimmt eine Bank. Und jetzt wäre sie so glücklich und möchte ihn einlösen. Ich durfte das gute Stück sogar mal in Augenschein nehmen. Ach du meine Güte! Eine junge Frau, Mitte zwanzig, bettelarm, mit einem kleinen Mädchen auf dem Schoß und nun seit vorgestern im Land der Träume. Von einem Leben ohne Not, ohne Hunger, ohne Leid.
Nun gab es allerdings drei Probleme: Erstens biete ich nur medizinische Dienstleistungen an, Zweitens handelt es sich um Spielgeld und Drittens: wie bringe ich es übers Herz, diesen Traum zu zerstören? Wir haben ihr dann gemeinsam ganz vorsichtig erklärt, dass es sich wahrscheinlich nicht um echtes Geld handelt. So richtig geglaubt hat sie uns nicht, nächste Woche will sie es bei einer Bank versuchen.
Und während wir uns also mit Geld- und Bankproblemen herumschlugen, hackte sich vorm Fenster einer der Gärtner im Häcksler den Finger ab. Und zwar richtig! Wenn schon, denn schon...
Und ich dachte immer, nach Geburten muss man am meisten putzen. Man lernt eben nie aus...
(der Gärtner wurde dann ins Krankenhaus gefahren, der Finger war allerdings dank Häcksler nur noch in Kleinteilen vorhanden und somit unrettbar).
Und vorgestern, als ich gerade Schluß machen wollte und wir mit der letzten Patientin durch waren, standen vor der Tür 5 Patientinnen vom Vormittag. Alles sehr nette ältere Damen. Eigentlich waren alle gut versorgt. Es handelte sich bei ihnen um Nachkontrollen oder andere Kleinigkeiten. Nun war es aber geschehen, dass eine ihrer Freundinnen an diesem Tag einen kompletten Gynäkologischen Checkup bekommen hatte. Den machen wir pro Frau einmal im Jahr. Und dazu gehört nun eben auch die Untersuchung der Brüste. Das fanden diese fünf so toll, dass sie also zurückkamen und fragten, ob ich das nicht auch noch machen könnte. Das sind dann so Momente, wo auch mir der Mund offen stehen bleibt. Was solls, hat mich ne halbe Stunde gekostet und alle fünf sind gemeinsam fröhlich schnatternd nach Hause.
Der Einstieg gelang mir ja als meine eigene Patientin. Magen-Darm war das Motto. Und während die Kinder und ich uns montags noch kaum aus der Nähe der Badezimmer trauten und Bettwärme genossen, sah der Dienstag schon anders aus. Zumindest für mich. Viele Jahre Schichtdienst, permanente Unterbesetzung und wahrscheinlich auch ein angeborenes ,nicht rational zu erklärendes' Helfersyndrom trieben mich bereits am Dienstagmorgen aus dem eigenen häuslichen Schutzraum hinein ins medizinische Durcheinander. Da hatte ich doch auf Milde gehofft. Und nur ein paar Patientinnen. Sozusagen zum Antesten, wie weit ich es schon schaffe. Pustekuchen. Bereits am frühen Morgen hatten sich 28 Frauen angemeldet. Na dann....
Während Raphael sich also daheim in meiner Abwesenheit mit einer Riesentafel Schokolade selbst kurierte....
....hörte ich mir in der Sprechstunde die unterschiedlichsten Geschichten an. Ihr kennt ja bereits aus meinen Erzählungen das allgemeine Spektrum aus "ich werde nicht schwanger", "ich möchte nicht schwanger werden" bis hin zu "ich bin schwanger". Und so ging das also die Woche durch bis heute Nachmittag. An die hundert Mädchen und Frauen. Jede einzigartig. Und es war wieder alles dabei. Von septischer Nierenentzündung, einem gigantischen Ovarialtumor bei einer 7-jährigen, einer seit 35 Jahren liegenden Spirale (ich weiß nicht, ob ich jemals vorher so ein Modell gesehen habe), einem beidseits bis auf die Muskulatur herunter weggefressenen Brustkrebs und einer Frau, deren vor 12 Jahren geborenes Kind an einer Deformität der Beine leidet. Damals hatten ihr die Ärzte erklärt, schuld daran wäre ihre Gebärmutter. Und nun nach 12 Jahren war der Wunsch nach einem zweiten Kind so groß, dass sie mal ihre Gebärmutter untersuchen lassen wollte. Letztendlich war alles hübsch. Manchmal kann man bei diesem hanebüchenen Unsinn nur den Kopf schütteln.
Zwischendurch hatte ich noch zwei Medizinstudenten aus Deutschland als Hospitanten, welchen in den zwei Stunden ihrer Anwesenheit Augen und Ohren schlackerten. Hier sieht man einfach Dinge, die man wahrscheinlich in Deutschland nur aus Büchern kennt.
Und zwischen all dem Gewusel, fragte mich eine der Patientinnen (bereits auf dem Untersuchungsstuhl liegend), ob ich auch andere als medizinische Dienste anbieten würde. Hä? Hatte ich da richtig gehört? In der Tat. Sie fragte mich, ob ich bereit wäre, sie zur Bank zu begleiten. Sie hätte doch tatsächlich in erworbenen Second Hand Klamotten einen 1.000.000 Dollar Schein gefunden. Allerdings besitze sie gar kein Bankkonto, aber ich hätte doch bestimmt eine Bank. Und jetzt wäre sie so glücklich und möchte ihn einlösen. Ich durfte das gute Stück sogar mal in Augenschein nehmen. Ach du meine Güte! Eine junge Frau, Mitte zwanzig, bettelarm, mit einem kleinen Mädchen auf dem Schoß und nun seit vorgestern im Land der Träume. Von einem Leben ohne Not, ohne Hunger, ohne Leid.
Nun gab es allerdings drei Probleme: Erstens biete ich nur medizinische Dienstleistungen an, Zweitens handelt es sich um Spielgeld und Drittens: wie bringe ich es übers Herz, diesen Traum zu zerstören? Wir haben ihr dann gemeinsam ganz vorsichtig erklärt, dass es sich wahrscheinlich nicht um echtes Geld handelt. So richtig geglaubt hat sie uns nicht, nächste Woche will sie es bei einer Bank versuchen.
Und während wir uns also mit Geld- und Bankproblemen herumschlugen, hackte sich vorm Fenster einer der Gärtner im Häcksler den Finger ab. Und zwar richtig! Wenn schon, denn schon...
Und ich dachte immer, nach Geburten muss man am meisten putzen. Man lernt eben nie aus...
(der Gärtner wurde dann ins Krankenhaus gefahren, der Finger war allerdings dank Häcksler nur noch in Kleinteilen vorhanden und somit unrettbar).
Und vorgestern, als ich gerade Schluß machen wollte und wir mit der letzten Patientin durch waren, standen vor der Tür 5 Patientinnen vom Vormittag. Alles sehr nette ältere Damen. Eigentlich waren alle gut versorgt. Es handelte sich bei ihnen um Nachkontrollen oder andere Kleinigkeiten. Nun war es aber geschehen, dass eine ihrer Freundinnen an diesem Tag einen kompletten Gynäkologischen Checkup bekommen hatte. Den machen wir pro Frau einmal im Jahr. Und dazu gehört nun eben auch die Untersuchung der Brüste. Das fanden diese fünf so toll, dass sie also zurückkamen und fragten, ob ich das nicht auch noch machen könnte. Das sind dann so Momente, wo auch mir der Mund offen stehen bleibt. Was solls, hat mich ne halbe Stunde gekostet und alle fünf sind gemeinsam fröhlich schnatternd nach Hause.
Sonntag, 10. März 2019
Vom Glück, viele Badezimmer zu besitzen....
Ach ja, es gäbe so viel zu erzählen. Die letzten Wochen waren ereignisreich. Schwimmfest, Projektwoche und Open Day in der Schule, Pferderennen, Parties und andere wunderbare Dinge. Auf der anderen Seite wiederum Schüsse vor der Schule incl. mit Kopfschüssen hingerichtete Gangster und natürlich der entsetzliche Flugzeugabsturz gestern morgen.
Und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb will ich euch heute von anderen Dingen erzählen.
Ich habe ja nun schon ein paar mal darüber berichtet, dass ich von Zeit zu Zeit und meistens freitags in einem kleinen Medical Center arbeite. Für lau. Aber es macht Spaß.
Von den Freitagen mal abgesehen, gibt es einen Jahreseinsatzplan für alle Ärzte. Das macht ja auch Sinn. Ich bin in diesem Jahr dreimal für jeweils eine Woche dran. Da denkt man sich, das sollte doch machbar sein. Da habe ich nun also diese eine Woche (beginnend heute!) Dienst. Und dann kamen eine Abendveranstaltung nach der nächsten ausgerechnet in dieser Woche dazu. Heute ein Abendessen mit irgendwelchen US Amerikanern, bei dem es um die Starkids Schule geht. Morgen ein Elternabend. Übermorgen das Gesamtelternratstreffen. Donnerstag ein Vortrag der Botschaft über die derzeitige Sicherheitssituation (den will ich mir unbedingt anhören). Na prima. Wochenlang ist diesbezüglich Ebbe und ausgerechnet in dieser einen Woche wollen alle was von mir. Da kann man sich nun hinsetzen und Zeitpläne basteln, Freunde einspannen, welche die Kinder mittags von der Schule abholen und planen planen planen.
Ha, nützt alles nichts.
Alle mühsam ausgetüfftelten Pläne sind dahin. Die Kinder und mich hats erwischt. Und wie. Montezumas Rache. Intestinaler Infekt. Mehr ins Detail will ich gar nicht gehen. Alle Pläne ausgehebelt. Das kann doch nicht wahr sein. Seit nahezu zwei Jahren geht es uns gut. Kaum krank, eigentlich nie. Und jetzt, ausgerechnet jetzt, in dieser einen Woche. Was für ein schlechtes Karma....
Und tatsächlich das allererste mal, dass ich unendlich dankbar dafür bin, allein im Obergeschoss drei Badezimmer zu haben.
Wir haben heute aus nostalgischen Gründen unser Schlafzimmer in "Station 2D" umbenannt.
Und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb will ich euch heute von anderen Dingen erzählen.
Ich habe ja nun schon ein paar mal darüber berichtet, dass ich von Zeit zu Zeit und meistens freitags in einem kleinen Medical Center arbeite. Für lau. Aber es macht Spaß.
Von den Freitagen mal abgesehen, gibt es einen Jahreseinsatzplan für alle Ärzte. Das macht ja auch Sinn. Ich bin in diesem Jahr dreimal für jeweils eine Woche dran. Da denkt man sich, das sollte doch machbar sein. Da habe ich nun also diese eine Woche (beginnend heute!) Dienst. Und dann kamen eine Abendveranstaltung nach der nächsten ausgerechnet in dieser Woche dazu. Heute ein Abendessen mit irgendwelchen US Amerikanern, bei dem es um die Starkids Schule geht. Morgen ein Elternabend. Übermorgen das Gesamtelternratstreffen. Donnerstag ein Vortrag der Botschaft über die derzeitige Sicherheitssituation (den will ich mir unbedingt anhören). Na prima. Wochenlang ist diesbezüglich Ebbe und ausgerechnet in dieser einen Woche wollen alle was von mir. Da kann man sich nun hinsetzen und Zeitpläne basteln, Freunde einspannen, welche die Kinder mittags von der Schule abholen und planen planen planen.
Ha, nützt alles nichts.
Alle mühsam ausgetüfftelten Pläne sind dahin. Die Kinder und mich hats erwischt. Und wie. Montezumas Rache. Intestinaler Infekt. Mehr ins Detail will ich gar nicht gehen. Alle Pläne ausgehebelt. Das kann doch nicht wahr sein. Seit nahezu zwei Jahren geht es uns gut. Kaum krank, eigentlich nie. Und jetzt, ausgerechnet jetzt, in dieser einen Woche. Was für ein schlechtes Karma....
Und tatsächlich das allererste mal, dass ich unendlich dankbar dafür bin, allein im Obergeschoss drei Badezimmer zu haben.
Wir haben heute aus nostalgischen Gründen unser Schlafzimmer in "Station 2D" umbenannt.
Sonntag, 17. Februar 2019
Tandala
Was haben wir uns auf dieses Wochenende gefreut. Angefangen hatte es am Freitag mit einer Geburtstagsfeier. Während die Kinder sich im Pool und auf einer bombastisch großen Wasserrutsche vergnügten, genossen wir Eltern bei BBQ, Sekt, Bier und Wein den Abend. Herrlich, wenn ein Wochenende so eingeläutet wird.
Nach einer dann folgenden recht kurzen Nacht machten wir uns erneut auf die Strümpfe. Ziel war diesmal Tandala. Ein wie sich herausstellte atemberaubendes Anwesen mitten im Busch, kurz vor der tansanischen Grenze. Die Fahrt war für uns recht gemütlich. Abgesehen von anfänglichen städtischen Stauärgernissen führte uns dann eine herrliche Straße Richtung Namanga. Zum Glück hielten uns die Staatsbediensteten der reichlich an der Strecke vorhandenen Polizeikontrollen für nicht interessant genug, um uns anzuhalten. Vielleicht half auch hier das rote Nummernschild. Eine Kontrolle könnte zur Zeit nämlich unangenehm werden. Ist doch seit Ende Januar unsere offizielle Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen. Die neue ist beantragt, das dauert aber. Und so sind wir zur Zeit sozusagen illegal, aber mit Diplomatenstatus im Land. Ist schon irgendwie schräg.
Nach einer also recht gemütlichen Fahrt hieß es dann in Bisil, nach links in den Busch abzubiegen. Haben wir getan. Herrlich. Ich liebe dieses Massai-Land. Die Piste war ganz gut in Schuß und außer ein paar neugierigen Antilopen waren wir nun allein auf weiter Flur.
Freunde, die vor uns auf der Strecke waren, konnten sich glücklich schätzen, einen Ersatzreifen dabei zu haben. Der wurde nämlich auch nach einem Rendevous zwischen Vorderreifen und einem Baumstumpf benötigt. Wir selbst kamen ohne Panne an. War auch besser so, wir hatten gar kein Ersatzrad dabei. Ist irgendwie an unserem Auto nicht vorgesehen. Müssen wir ändern!
Aber wie gesagt, wir kamen gut voran. Und dann lag es vor uns. Tandala....
Was für ein grandioses Anwesen. Wahrlich ein Traum.
Und wir genossen die Zeit. In vollen Zügen. Mit Champagner, Gin, hervorragenden Weinen und guten Gesprächen. Und ja, wir diskutierten durchaus den Gedanken, ob man es sich (auch aus moralischer Sicht) erlauben darf, von Zeit zu Zeit derart dekandente Wochenenden in einem Land wie diesem zu verbringen. Wir kamen dann zu folgendem Schluß...Ja, dürfen wir. Weil wir in der Zwischenzeit andere gute Dinge tun.
Und so entspannten wir, plantschten im Pool, genossen die untergehende Sonne beim Sundowner, spielten, tanzten und lauschten den abendlichen Froschkonzerten. Zwischendurch bekamen wir immer wieder Besuch von unzähligen Warzenschweinen, Antilopen und Impalas. Zu nächtlicher Stunde schauten sogar zwei Büffel vorbei.
Ja, es war ein herrliches Wochenende. Mit Freunden. An einem atemberaubenden Ort. In einem grandiosen Land.
Nach einer dann folgenden recht kurzen Nacht machten wir uns erneut auf die Strümpfe. Ziel war diesmal Tandala. Ein wie sich herausstellte atemberaubendes Anwesen mitten im Busch, kurz vor der tansanischen Grenze. Die Fahrt war für uns recht gemütlich. Abgesehen von anfänglichen städtischen Stauärgernissen führte uns dann eine herrliche Straße Richtung Namanga. Zum Glück hielten uns die Staatsbediensteten der reichlich an der Strecke vorhandenen Polizeikontrollen für nicht interessant genug, um uns anzuhalten. Vielleicht half auch hier das rote Nummernschild. Eine Kontrolle könnte zur Zeit nämlich unangenehm werden. Ist doch seit Ende Januar unsere offizielle Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen. Die neue ist beantragt, das dauert aber. Und so sind wir zur Zeit sozusagen illegal, aber mit Diplomatenstatus im Land. Ist schon irgendwie schräg.
Nach einer also recht gemütlichen Fahrt hieß es dann in Bisil, nach links in den Busch abzubiegen. Haben wir getan. Herrlich. Ich liebe dieses Massai-Land. Die Piste war ganz gut in Schuß und außer ein paar neugierigen Antilopen waren wir nun allein auf weiter Flur.
Freunde, die vor uns auf der Strecke waren, konnten sich glücklich schätzen, einen Ersatzreifen dabei zu haben. Der wurde nämlich auch nach einem Rendevous zwischen Vorderreifen und einem Baumstumpf benötigt. Wir selbst kamen ohne Panne an. War auch besser so, wir hatten gar kein Ersatzrad dabei. Ist irgendwie an unserem Auto nicht vorgesehen. Müssen wir ändern!
Aber wie gesagt, wir kamen gut voran. Und dann lag es vor uns. Tandala....
Was für ein grandioses Anwesen. Wahrlich ein Traum.
Und so entspannten wir, plantschten im Pool, genossen die untergehende Sonne beim Sundowner, spielten, tanzten und lauschten den abendlichen Froschkonzerten. Zwischendurch bekamen wir immer wieder Besuch von unzähligen Warzenschweinen, Antilopen und Impalas. Zu nächtlicher Stunde schauten sogar zwei Büffel vorbei.
Mittwoch, 13. Februar 2019
Happy Birthday und Reifenklau
Happy Birthday und Reifenklau. Was hat das wohl miteinander zu tun? Aber der Reihe nach....
Nun war also am letzten Samstag, nach einer ungeplant mehr als chaotischen Woche, der Tag gekommen. Wir wollten unseren gemeinsamen 90. feiern. Neben all den Dienstreisen und Arbeitseinsätzen in der Woche davor, hatten wir es mit Hilfe von vielen Freunden tatsächlich geschafft, diverse Gartenmöbel, Bierbänke, Feuerschalen und mehr in unseren Garten zu transportieren. Getränke waren eingekauft, Bier und Wein ausreichend vorhanden. Und so starten wir am Morgen gegen neun mit unserem Küchenmarathon.Wir hatten uns tatsächlich vorgenommen, das Buffett selbst zu gestalten. Gesagt, getan. Mit Hilfe zweier Maids, dreier Kinder und reichlich guter Musik verbrachten wir also unseren Tag in der Küche. Und während der Liebste mit Boniface den Garten herrichtete, entstanden unter unseren Händen Mini-Burger, Salate, Suppen, Brote und allerlei Leckereien.
Obwohl wir tatsächlich zum Schluß in Schwitzen kamen, waren wir am Abend knapp vor Partybeginn fertig. Immerhin. So hatte ich tatsächlich ganze zehn Minuten um mich umzuziehen und all den ganzen Kram, den Frauen so veranstalten, wenns ums Feiern geht. Mir blieb bloß die Turbovariante. Hat aber gereicht. Zwanzig Jahre nächtliche Kreißsaalerfahrung haben in dieser Situation geholfen, ad hoc Kleider zu wechseln, die Haare zu bändigen und zumindest passabel auszusehen.
Mehr Zeit wäre auch nicht gewesen, da währenddessen die ersten Gäste bereits eintrudelten. Und es wurden mehr und mehr und mehr... Irgendwann hatte ich den Überblick verloren. Wir haben irgendwann mal 120 gezählt.
Es war schön. Wir haben viel geschnattert, gelacht und den Abend genossen.
Aber wie das so ist, es gibt eben immer eine Kehrseite. Während wir also fröhlich feierten, wechselten am späten Abend mehrere Ersatzreifen von Autos vor unserem Grundstück ihren Besitzer. Und das, obwohl wir extra einen zusätzlichen Guard nur für die Autos angestellt hatten. Wahrscheinlich war das Schmiergeld der Gauner attraktiver, als sein Gehalt für diesen Abend. Auf dieses musste er dann auch verzichten.
Es war so ärgerlich, dass so ein schöner Abend so endete. Aber so ist das hier. Bisher hatte ich immer ein wenig Sorge, weil unser Auto gar keinen Ersatzreifen mitführt. Nun weiß ich nicht, ob das ein Vorteil ist. Wer weiß. Wir haben jedenfalls für uns selbst die Konsequenz gezogen, auf Parties nur noch mit dem Taxi zu fahren.
Für alle Reifenberaubten sei gesagt, dass wir im März ein Trostgrillen veranstalten. Mit drinnenparken ;-)
Und während wir über Taxifahrten sinnierten, enterten unsere Kinder fröhlich einen Bus.
Momentan sind sie auf Klassenreise. Und ich freue mich auf die Geschichten, die sie zu erzählen haben, wenn sie heute Nachmittag wieder heimkommen.
Nun war also am letzten Samstag, nach einer ungeplant mehr als chaotischen Woche, der Tag gekommen. Wir wollten unseren gemeinsamen 90. feiern. Neben all den Dienstreisen und Arbeitseinsätzen in der Woche davor, hatten wir es mit Hilfe von vielen Freunden tatsächlich geschafft, diverse Gartenmöbel, Bierbänke, Feuerschalen und mehr in unseren Garten zu transportieren. Getränke waren eingekauft, Bier und Wein ausreichend vorhanden. Und so starten wir am Morgen gegen neun mit unserem Küchenmarathon.Wir hatten uns tatsächlich vorgenommen, das Buffett selbst zu gestalten. Gesagt, getan. Mit Hilfe zweier Maids, dreier Kinder und reichlich guter Musik verbrachten wir also unseren Tag in der Küche. Und während der Liebste mit Boniface den Garten herrichtete, entstanden unter unseren Händen Mini-Burger, Salate, Suppen, Brote und allerlei Leckereien.
Obwohl wir tatsächlich zum Schluß in Schwitzen kamen, waren wir am Abend knapp vor Partybeginn fertig. Immerhin. So hatte ich tatsächlich ganze zehn Minuten um mich umzuziehen und all den ganzen Kram, den Frauen so veranstalten, wenns ums Feiern geht. Mir blieb bloß die Turbovariante. Hat aber gereicht. Zwanzig Jahre nächtliche Kreißsaalerfahrung haben in dieser Situation geholfen, ad hoc Kleider zu wechseln, die Haare zu bändigen und zumindest passabel auszusehen.
Mehr Zeit wäre auch nicht gewesen, da währenddessen die ersten Gäste bereits eintrudelten. Und es wurden mehr und mehr und mehr... Irgendwann hatte ich den Überblick verloren. Wir haben irgendwann mal 120 gezählt.
Es war schön. Wir haben viel geschnattert, gelacht und den Abend genossen.
Aber wie das so ist, es gibt eben immer eine Kehrseite. Während wir also fröhlich feierten, wechselten am späten Abend mehrere Ersatzreifen von Autos vor unserem Grundstück ihren Besitzer. Und das, obwohl wir extra einen zusätzlichen Guard nur für die Autos angestellt hatten. Wahrscheinlich war das Schmiergeld der Gauner attraktiver, als sein Gehalt für diesen Abend. Auf dieses musste er dann auch verzichten.
Es war so ärgerlich, dass so ein schöner Abend so endete. Aber so ist das hier. Bisher hatte ich immer ein wenig Sorge, weil unser Auto gar keinen Ersatzreifen mitführt. Nun weiß ich nicht, ob das ein Vorteil ist. Wer weiß. Wir haben jedenfalls für uns selbst die Konsequenz gezogen, auf Parties nur noch mit dem Taxi zu fahren.
Für alle Reifenberaubten sei gesagt, dass wir im März ein Trostgrillen veranstalten. Mit drinnenparken ;-)
Und während wir über Taxifahrten sinnierten, enterten unsere Kinder fröhlich einen Bus.
Momentan sind sie auf Klassenreise. Und ich freue mich auf die Geschichten, die sie zu erzählen haben, wenn sie heute Nachmittag wieder heimkommen.
Dienstag, 5. Februar 2019
Warum denn einfach, wenn es auch anders geht?
Ach naja, es hätte ja auch mal anders sein können. Aber sowas passt wahrscheinlich nicht zu mir. Ich kann eben nur chaotisch. Was solls, man muss sich eben selbst treu bleiben.
Was ist also los im Hause Lattorff? Ganz einfach, es ist Februar. Der Liebste zieht mit seinem morgigen Geburtstag nach und damit sind wir dann beide zusammen 90. Nun haben wir ja bereits vor fünf Jahren unseren 80. mit vielen von euch gemeinsam gefeiert. Und genauso haben wir es auch diesmal vor.
Ja, wir werden 90. Genau genommen morgen. Und wir haben deshalb seit langem für Samstag eine Sause geplant. Schließlich muss man das Leben feiern.
Soweit so gut.
Nicht bedacht haben wir, dass ich die gesamte Woche im Medical Center eingeteilt bin. Und die Sprechstunden sind voll, sag ich euch. Obendrein wurde der Liebste in dieser Woche für ein paar Tage nach Naivasha berufen. Irgendeine Tagung. Aber eben nicht verschiebbar.
Während ich also nun statt Partyvorbereitungen ins Medical Center fahre, wird der Liebste in einem Bus mit musikalischer Untermalung ("Oh La Paloma Blanca - auf englisch!!!) durchs Land kutschiert.
Immerhin bleibt uns der Freitag Nachmittag und der Samstag für die Vorbereitungen. Und wir werden das wuppen, so wie alle anderen Male auch. Und wir freuen uns darauf!
Aber es gibt auch bei mir Highlights. Da hatte ich mich heute bei einer bereits schwer schnaufenden Patientin schon ein kleines bißchen auf eine eine Geburt im Sprechzimmer gefreut. Bei einer Muttermund-Weite von gerade mal einem cm haben wir uns dann aber vernünftigerweise für eine Verlegung in ein Krankenhaus entschieden. Aber irgendwann werden wir da draußen ein Baby bekommen. Wer weiß...
Was ist also los im Hause Lattorff? Ganz einfach, es ist Februar. Der Liebste zieht mit seinem morgigen Geburtstag nach und damit sind wir dann beide zusammen 90. Nun haben wir ja bereits vor fünf Jahren unseren 80. mit vielen von euch gemeinsam gefeiert. Und genauso haben wir es auch diesmal vor.
Ja, wir werden 90. Genau genommen morgen. Und wir haben deshalb seit langem für Samstag eine Sause geplant. Schließlich muss man das Leben feiern.
Soweit so gut.
Nicht bedacht haben wir, dass ich die gesamte Woche im Medical Center eingeteilt bin. Und die Sprechstunden sind voll, sag ich euch. Obendrein wurde der Liebste in dieser Woche für ein paar Tage nach Naivasha berufen. Irgendeine Tagung. Aber eben nicht verschiebbar.
Während ich also nun statt Partyvorbereitungen ins Medical Center fahre, wird der Liebste in einem Bus mit musikalischer Untermalung ("Oh La Paloma Blanca - auf englisch!!!) durchs Land kutschiert.
Immerhin bleibt uns der Freitag Nachmittag und der Samstag für die Vorbereitungen. Und wir werden das wuppen, so wie alle anderen Male auch. Und wir freuen uns darauf!
Aber es gibt auch bei mir Highlights. Da hatte ich mich heute bei einer bereits schwer schnaufenden Patientin schon ein kleines bißchen auf eine eine Geburt im Sprechzimmer gefreut. Bei einer Muttermund-Weite von gerade mal einem cm haben wir uns dann aber vernünftigerweise für eine Verlegung in ein Krankenhaus entschieden. Aber irgendwann werden wir da draußen ein Baby bekommen. Wer weiß...
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