Dienstag, 15. August 2017

Fahrschule...

Heute habe ich die Kinder nochmal richtig ausschlafen lassen. In der Nacht hat es geregnet. Da ließen wir den geplanten Spaziergang erstmal ausfallen. Nicht wegen der paar Tropfen von oben. Aber der rote Schlamm auf den Wegen, der ist echt hartnäckig. Ab morgen werd ich sie aber jeden Tag ein kleines bißchen früher wecken. Hier ist es ja eine Stunde später als bei euch in Deutschland. Und Montag fängt die Schule an. Da ist das Lotterleben dann vorbei...

Über Mittag haben die beiden dann weiter relaxt und nebenbei eine ganz frische Ananas verputzt.


Und dann hab ich heute meine erste "Fahrstunde" nehmen müssen. Der Fahrlehrer war sehr nett und geduldig. Naja, immerhin ist er mit mir verheiratet, da sollte man schon nett zueinander sein. Außerdem war ich fürs Abendessen verantwortlich und der Liebste hatte Hunger.  Ich glaub, ich hab mich auch gar nicht so doof angestellt. Das mit dem Linksverkehr ist auch nicht das große Problem. Eher die vollen Straßen im Berufsverkehr und die fehlenden Verkehrsregeln. Dazu kommt, dass es hier für Kenianer zwei Möglichkeiten des Führerscheinerwerbs gibt. Zum einen kann man zur Fahrschule gehen, lernen und dann eine Prüfung machen. Die andere Möglichkeit ist, dass man sich einen Führerschein kauft. So fahren die dann aber auch. Naja, ich box mich da schon durch.

Später haben wir dann noch neues Kaminholz besorgt. Das Anzünden gestaltet sich immer noch etwas tricky, aber es wird.


Johanna hat dann unser noch leeres Wohnzimmer zum Ballettsaal umfunktioniert (Franzi wirds freuen).


Morgen folgt dann "Fahrschule Aufbaukurs".

Montag, 14. August 2017

der erste Besuch....

Das war nun der erste "normale" Wochentag. Zumindest für Michael. Der hat uns zuliebe auf das frühmorgendliche Joggen verzichtet und ist ganz früh zur Arbeit gefahren, um am Nachmittag mehr Zeit für uns zu haben.

Was macht man also an so einem Tag? Zunächst einmal frühstücken. Das ist nicht anders als in Halle und schmeckt auch so.



Ich bin mit den Kindern dann nochmal durchs Viertel gestromert.  Morgen wollen wir unseren Radius noch mehr erweitern. Vor allen Häusern stehen Guards, die zahlreichen Botschaften hier sind sowieso gut bewacht. Wir bewegen uns also auch zu Fuß sehr sicher.

Gewöhnungsbedürftig ist es, sich damit zu arrangieren, nicht allein zu Hause zu sein. Irgendwo wirbelt immer jemand herum. Im Haus und im Garten. Immerhin habe ich mir heute den Abwasch erkämpfen können. Hab ja Zeit und sonst gerade wenig zu tun.

Besuch hatten wir heute auch noch. Niedlich, der kleine Kerl.


Bemerkenswert ist auch diese tiefrote satte Erde, die trocken feiner ist als der schönste Ostseesand. Johanna war so lieb und hat heute erstmal alle unseren Schuhen ihre ursprünglichen Farben wiedergegeben.


Da wir noch etwas einkaufen mussten, sind wir heute am späteren Nachmittag nochmal in eine der zahlreichen Malls gefahren. Und siehe da...das war mir gestern gar nicht aufgefallen...


Da kann sich Deutschland echt noch was abgucken.  Kassen mit bevorzugter Behandlung von schwangeren Ladies. Wunderbar. Vielleicht geht ja da in Halle auch was. Müsste man nur mal anregen...

Sonntag, 13. August 2017

Karura Forest

Ach macht die dünne Luft hier müde. Wir sind alle vier erst am Ende des Vormittags aus unseren Betten gekrochen und haben  Frühstück statt Mittag gemacht. Michael war mit Raphael schnell im Village Market (eine kleine sehr hübsche Mall, nur ein paar Autominuten entfernt) und hat frische Brötchen (ich war erstaunt über dunkles Vollkorn) und Croissants geholt.
Außerdem waren wir überrascht, als sich die am Straßenrand von einem Bettler gekauften Bananen (frisch vom Baum) als Zitronenbananen herausstellten. Die Kinder meinten "übelstig lecker".


Nach dem Frühstück sind wir dann in den Karura Forest gefahren. Auch nur 10 min mit dem Auto. Allerdings bis dahin gefühlte 30 speed bumps. Man, wird man da durchgeschüttelt. Auch wenn man sich sehr langsam darüber hinwegtastet. Da ist ein Flug über den Sudan nix dagegen. Immerhin hatten die Kinder ihren Spaß.


Der Wald ist wunderbar, mit einigen Lichtungen. Mit schrankenkontrollierten Eingängen. Natürlich auch mit Eintritt. Wir zahlen jedoch als Residents nur wenig und keine Touristenpreise. Viele Fahrradfahrer, Spaziergänger, Jogger, Familien. Der Wald ist soooo groß, dass sich das alles verläuft. Und begegnet einem doch mal jemand, dann grüßt man sich hier ganz selbstverständlich. Wir haben nach einer Stunde Wanderung neben diversen kunterbunten Schmetterlingen und Käfern, einen kleinen Wasserfall gefunden. Recht lauschig dort.


Und was passiert, als wir dort so einträchtig sitzen? Ein junger Mann tritt an uns heran. "Hallo Herr Lattorff, ich bin so und so. Ich habe  morgen  einen Termin bei Ihnen, um mich vorzustellen" (es geht um ein Praktikum). Da befinden wir uns hier in einer Stadt mit über 3 Millionen Menschen und dann stellt man fest, dass Nairobi auch nur ein Dorf ist. Wunderbar!

Später sind wir noch mit den Kindern in einen nahegelegenen Slum gefahren und haben frisches Obst und Gemüse von den Händlern dort eingekauft. Beim ersten Halt wollten beide nicht aussteigen und sind lieber im Auto sitzen geblieben. Während wir nur 10m entfernt in einer kleinen Blechhütte einkauften wurde unser Auto von einer vorübereilenden Kuhherde eingekesselt. Beim nächsten Halt sind sie dann doch lieber mit ausgestiegen. Raphael mit seinen blonden Haaren zieht natürlich ganz viele Blicke auf sich, uns sind jedoch nur ausgesprochen freundliche und höfliche Menschen begegnet, die jedes Lächeln erwidern.

Außerdem gab es heute noch zwei kleinere Highlights:
erstens:      Alexa funktioniert, und spricht sogar deutsch mit uns und nicht suaheli ;-)
zweitens:   meine gekochten Spaghetti zum Abendessen sind jetzt laut der Kinder auf einer Stufe
                  mit Kerstins weltbesten Kirschwaffeln


Samstag, 12. August 2017

noch ein Baby...?

Oh man, was war das gestern für ein Tag. Nach einem wunderbaren Abschiedsfrühstück ging es mit drei Autos los zum Flughafen. 



Ausschließlich Schleichwege, da Berlin zur Zeit eine einzige Baustelle ist. Und wir waren entgegen aller Befürchtungen rechtzeitiger als rechtzeitig dort. Da unsere Sitzplatzfrage immer noch nicht geklärt war, sind wir also erstmal zum Airlineschalter. Dort war ein sehr netter und hilfsbereiter junger Mann, der alles versuchte, das Problem aber auch nicht lösen konnte. Er gab uns den Tipp, im Flugzeug dann direkt andere Passagiere anzusprechen und um Sitzplatztausch zu bitten - na prima. 
So, und wo wir nun schon so früh da waren, da haben wir uns gleich mal am Check-in Schalter angestellt. Der war noch geschlossen und wir waren die ersten und einzigen. Das hatte ich auch noch nie. Es dauerte aber gar nicht lange und die Schlange hinter uns begann zügig zu wachsen. Der Schalter machte eine halbe Stunde eher auf als geplant. Prima. Also, einchecken, Koffer aufgeben und dann nochmal zusammen mit den Eltern und Peter zu Mittag essen. So war mein Plan. Denkste! Zu früh gefreut…

Da ist man schon mal der aller aller erste am Check-in und dann sagt einem die Dame, sie könne uns nicht einchecken, da Raphael als Kind < 2 Jahre in ihrem System wäre. Was? Wie bitte? (die Tickets waren von Michaels Institutsreisebüro in Nairobi gebucht worden)

Also zurück zum Infoschalter der Airline auf der anderen Seite des Flughafens (in Tegel kann man ja rundum laufen). Der nette junge Mann von vorhin war auch sehr erstaunt uns wiederzusehen, ich zu diesem Zeitpunkt kurz vorm Infarkt. 
Er überprüfte die Tickets und erklärte uns, dass nicht Raphael das Problem wäre, sondern ein weiteres (drittes) Kind. Ein Kleinkind, welches auf meinem Schoss reisen sollte. Und da ich das Kind nicht dabei hatte, wollte mich die Dame am Check-in nicht einchecken. 

Ok. Woher also nehmen, wenn nicht stehlen? Woher um alles in der Welt sollte ich denn jetzt ein Baby nehmen? Und wollte ich das überhaupt? NEIN!

Ich bat dann den netten jungen Mann, das virtuelle Baby zu entfernen, was er auch umgehend tat. Dann also wieder zurück auf die andere Seite des Flughafens zum Check-in. Die Schlange war jetzt lang, Aber wir durften zum Glück direkt nach vorne an den nächsten freien Schalter. Und dann gings plötzlich. 

In Anbetracht des Schrecks brauchte ich danach erstmal eine Kopfschmerztablette.

Der Flieger startete ca. 10 Minuten verspätet. Das machte mich bei einer sehr knappen Umsteigezeit in Istanbul schon ein bisschen nervös. Natürlich hatten wir auch noch das wunderbare Glück in der vorletzten Reihe zu sitzen. Nichts gegen die Plätze, die waren wunderbar. Aber beim Aussteigen ist man sozusagen Letzter. So ein Mist. Also rannten wir wie die Irren mit unseren drei Handgepäckköfferchen durch den Flughafen in Istanbul. Und der ist GROSS. Ich konnte meine Brille nicht finden. Und ohne die bin ich, was Schilder lesen angeht, blind wie ein Maulwurf. Also ist Raphael immer vorneweg, Schilder lesend und den Weg weisend. Hat er gut gemacht. Wir haben es gerade noch so ins Flugzeug geschafft. 
Und was war? Unsere Plätze waren besetzt. Pfff, mein Bedarf war eigentlich bereits gedeckt. Der Stewart konnte helfen. Es hatte bereits im Vorfeld eine Umsetzung von Passagieren stattgefunden. Eine email aus Nairobi hatte das veranlasst und ich konnte weiter vorne mit den Kindern wunderbare Sitze nebeneinander einnehmen. 
Und dann war alles gut. Wir wurden über dem Sudan zwar ein wenig durchgeschüttelt, war aber erträglich. 
Michael hatte sich an der Ankunftshalle in Nairobi bereits wartend mit den Sicherheitslauten angefreundet und durfte uns, entgegen der üblichen Sicherheitsregeln, entgegenkommen. In Deutschland undenkbar. Wir haben sogar alle neun Koffer ins Auto gekriegt. Da war ich dann doch überrascht.

Den Tag heute haben wir mit Ausschlafen und Auspacken in viel Ruhe verbracht. Ein erster Spaziergang war natürlich auch drin. Schön hier. 





Im Moment liegen die Kinder vorm brennenden Kamin (wir haben Winter, es ist ein wenig kühl).


Donnerstag, 10. August 2017

Lauter letzte Male....

Eigentlich kann ich mich gar nicht entscheiden. Vergeht mir die Zeit zu schnell oder zu langsam? Ich weiß es nicht. Mal so, mal so. Die letzten Tage sind wie im Flug an uns vorübergerauscht.  Seit Dienstagabend sind wir in Kleinmachnow. Und das war eine gute Entscheidung. Es waren noch so viele Kleinigkeiten zu erledigen und zu besorgen, das konnten wir dann auf zwei Tage verteilen.

Wir mussten auch Abschied von unserem Auto nehmen. Bevor es abgeholt wurde, hatte ich allerdings wunderbare Unterstützung von Seiten der Kinderbrigade, die nach Herzenslust staubsaugte, wienerte und polierte.



Und am nächsten Tag wurde die schwarze Schönheit dann vom Händler unseres Vertrauens (der türkische Nachbar meiner allerliebsten Eltern) abgeholt.


Da fährt er hin.....
Nun ja, immerhin erwartet mich in Nairobi bereits ein neues Gefährt.

Ansonsten waren die Tage recht ruhig. Der letzte Abend ist angebrochen. Morgen nach dem Frühstück gehts los in Richtung Flughafen. Unsere Armada an Koffern (insgesamt neun ! ) zwingt uns zu drei Autos. Fahren wir eben im Konvoi.

Momentan gibt es noch Probleme mit den Sitzplätzen im Flugzeug. Hoffen wir, dass sich das morgen am Flughafen beim Check in lösen lässt. Auf jeden Fall wird es mir eine weitere schlaflose Nacht bescheren. Ich werde berichten.... (wenn ich es schaffe, auch unterwegs aus Istanbul).

Ab morgen gibts dann lauter erste Male ;-)


Sonntag, 6. August 2017

Wustrow

Und wieder ein Abschied. Und wieder flossen Mama-Tränen. Die großen Jungs sehen das gelassener als ich. Vielleicht haben sie recht, wir sehen uns in sieben Wochen ja schon wieder.
Naja, mein Mutterherz leidet trotzdem. Dank WhatsApp und Skype sind wir sowieso in Dauerverbindung. Aber es tut schon weh, meine beiden Großen gehen zu lassen - oder umgekehrt, ich gehe ja. Was für eine verrückte Welt.  Naja, ich weiß, ich übertreibe. Der kleine Große ist immerhin fast 19! Aber Kind bleibt Kind und Mutter bleibt Mutter. Da kann ich nicht aus  meiner Haut.



Ich bin dankbar für diese eine Woche, die wir nochmal intensiv mit den beiden Großen verbringen konnten. 

Und ich komme hier an der Küste, weit weg von all dem Alltag, endlich wieder zum Lesen. In jeder freien Minute habe ich ein Buch in der Hand. Momentan haben es mir die Fischland Krimis angetan. Claudia hat mich damit infiziert - danke auch dafür. Den Wustrower Buchhändler freuts…

Samstag Abend konnte ich dann die Kleinen zu einem Strandspaziergang überreden. Es war ausnahmsweise mal fast trocken, aber hundekalt. 



Die Strandglasfunde trösteten uns darüber hinweg. Beim Zurückkommen begann gerade auf der Seebrücke ein Konzert. Fünf ältere Herren versuchten sich mit 80iger Jahre Songs. Naja, immerhin. Statt wie alle anderen, die sich zitternd an ihrem Aperol-Sprizz festhielten, orderte ich (neben zwei kleinen Fanta) einen Grog. Und zwar einen ordentlichen. Der Kellner dachte ich mache einen Witz. Da musste ich dann nochmal meinen Wunsch betonen. Man war mir kalt. Und während alle anderen um uns rum frierend ihr kaltes Eiswürfelgläschen in der Hand hielten, trank ich mitten im August auf der Seebrücke in Wustrow einen Grog. Was tat das gut und wie warm wurde mir. 


In Nairobi bereitet Michael weiter vor. So besitzen wir nun schon ein Auto, zwei Betten, inclusive Matratzen, einen Tisch, ein paar Stühle, eine Herdplatte aus dem Angebot (türkisches Modell, leicht zu erhitzen, Michael hat sie Erdogan getauft) und neuerdings auch einen Kühlschrank (abschließbar).  Na bitte, da kann sich der Container ja Zeit lassen. Fürs Nötigste ist gesorgt. Erinnert mich an Studentenzeiten. Irgendwie auch romantisch… 
Immerhin sitzen wir dort unter Palmen am Pool. Interieur wird Allgemeinen sowieso überbewertet. 

Dienstag gehts nach Kleinmachnow. Dann ist Endspurt…




Donnerstag, 3. August 2017

Abschiede und Ankünfte

Ach, das schöne verträumte Wustrow. Unser zweites Zuhause. Die Zeit hier dümpelt so vor sich hin, das Wetter kann sich weiterhin nicht entscheiden. Ist uns aber egal.
Wir haben wunderbare Tage mit Jonathan und Alissa hier verbracht.


Montag war dann "Bahnhof-Tag". Joschi und Alissa fuhren ab, Konsti kam zwei Stunden später an.
Natürlich flossen Tränen. Mehr bei Mama, als beim Kind. Gut so. 



Unser kleines Pferdemädchen geht weiterhin jeden Tag reiten.



Noch eine Woche haben wir hier. Die letzte Woche Bekanntes, Vertrautes und einfach langweilige Routine. Die letzte Ruhe vor dem Sturm. Danach wird alles anders...