Montag, 17. September 2018

working mom

Tja, meine Tage als Cappuccino Mutter sind wohl gezählt. Und das nicht mal wirklich von mir gewollt. Irgendwie stolpere ich immer in solche Sachen rein. Zuerst wars die Wahl in den Kirchenvorstand. Naja, das lässt sich ganz gut händeln. Aller drei Wochen eine abendliche Vorstandssitzung im Gemeindehaus. Als Anreiz gibts oft Kartoffelsalat und Wiener Würstchen. Wer lange im Ausland gelebt hat, kann nachvollziehen, dass allein das ein überzeugendes Argument ist dort mitzumachen.

Hinzu kam dann in der Schule die Wiederwahl zum Elternsprecher von Raphaels und Johannas Klasse. Witzigerweise ist hier Michael mein Stellvertreter. Diese Konstellation erweist sich im Alltag als sehr praktisch.

Hinzu kam nun noch letzte Woche die Wahl zum Elternsprecher der Schule. Zum Glück teile ich mir dieses Amt mit Heidi. Denn diese Ehre wird uns in der Tat viel Zeit kosten. Sind wir doch unter anderem für die Organisation und Durchführung von allerlei Festen verantwortlich. Neben unzähligen Meetings in gefühlt hunderten unterschiedlicher Gremien.

Und zwischendurch immer mal wieder die Sprechstunden im Medical Care Center. Nicht zu vergessen die Besuche der Schulen und das Versorgen der Mädchen mit den Sanitary Pads. Und eigene Pläne hab ich ja auch noch. Aber dazu irgendwann später mehr....

Ihr seht, ich habe nun in der Tat ein Problem. Wo bringe ich meine geliebten Kaffeestunden mit Rayane unter? Wir werden kreativ sein müssen. Zeitmanagement ist wohl die Lösung.

Und dann kommen ja zu all diesen Dingen noch die wunderbaren Parties hinzu. Eine schöner als die andere. Das Wort Partystress war mir vor Afrika unbekannt. Nun gut, ich gebe zu, ich jammere auf sehr hohem Niveau ;-)


Und wenns mir mal zu viel wird, dann kann ich flüchten. Nicht weit von uns, sozusagen gleich um die Ecke findet man das Paradies. Zugegebenermaßen, das verlorene. Aber das ist nicht weniger schön.



Inmitten üppiger Kaffeefelder kann man dort dem Alltag für ein paar Stunden entfliehen.




Mittwoch, 12. September 2018

Desperate Housewives

Ja, irgendwie sind wir das tatsächlich. Verzweifelte Hausfrauen in Runda. Nun gut, der Grad der Verzweiflung ist relativ. Wir können nicht wirklich klagen, findet unser Leben doch zwischen diversen Kaffeetreffen und Geburtstagsfrühstücken statt. Die Verzweiflung äußert sich auch nur manchmal, meistens gut versteckt. Heute von mir amüsiert beobachtet bei einem dieser doch jedesmal sehr netten Vormittagstreffen.


Mit einem Gläschen Champus in der Hand wurde ich Zeugin folgender Unterhaltung. Da hat sich doch tatsächlich ein kleiner Junge unserer Schule erdreistet, seinen morgendlichen Sitzplatz im Schulbus zu wechseln. Das geht ja nun gar nicht! Auf meine Nachfrage hin wurde mir von den aufgeregten Müttern erläutert, dass es sich so eingebürgert hat, dass jedes Kind im Bus seinen angestammten Sitzplatz hat. Nun ja, nun hat so eine  Routine natürlich vertrauensbildende Vorteile. Anscheinend nicht nur für Kinder. Auch in der alten Heimat in Deutschland konnte ich morgens in der Straßenbahn derlei Routinen beobachten. Aber kommen wir zurück zum nairobischen Schulbus. Da saß nun also ein kleiner Junge auf dem angestammten Platz des Töchterleins, welches daraufhin in tiefe Verzweiflung stürzte. Da kann so ein Tag auch schonmal gelaufen sein. Das ist ja so wie mit dem falschen Bein aufgestanden, oder der Spinne am Morgen. Von schwarzen Katern ganz zu schweigen. Und sowas ist dann tatsächlich so ein Thema beim Frühstück. Unter verzweifelten Hausfrauen.

Was bin ich froh, dass ich meine Kinder morgens mit dem Auto selbst zur Schule bringe. Aber halt, wenn ich ehrlich bin, gibt es auch hier morgendlichen Unmut, wenn die Sitzplatzordnung auf der Rücksitzbank nicht stimmt. Ganz zu schweigen von den Tränen, die fließen, wenn der andere vorne Platz nimmt und eigentlich gar nicht damit dran wäre.
Hier sind  nun wieder die Schulbusmütter im Vorteil, weil Ruhe ist, wenn die Bustür zu geht. Ich hingegen, darf mir das gelegentliche Gejammere dann den ganzen Weg über anhören.

Vielleicht sollten wir doch auf den Schulbus umsatteln....  ;-)


Donnerstag, 6. September 2018

von Schaschlikmaschinen, Benzin und Sprühsahne

Und schon wieder ist eine Woche vergangen. Wir hangeln uns von einem Ereignis zum nächsten. Die Abende sind gefüllt mit Einladungen, Elternabenden, Gesprächskreisen, Chor und und und.
Ja, wir stecken wieder mitten drin im trubeligen lattorff´schen Chaos.

Begonnen hatte alles mit einem kinderlosen Wochenende. Rapha und Johanna reisten mit der Kinderkirche nach Brackenhurst.



Wie man sieht, war es wohl eine gute Zeit. Den Erzählungen nach relativ schlaflos, aber egal.

Wir selbst verbrachten den freien Abend zusammen mit Freunden. Und dort kam es zu einem historischen Ereignis. Der Liebste, der sich bekanntermaßen gern mal in der Küche aufhält, um sich ein Glas Rotwein einzuschenken, beteiligte sich beim gemeinsamen Kochen.


Nun gut, er bekam einfachere Aufgaben zugeteilt. Zum Beispiel Schaschlikspieße zu bestücken. Hat er gut gemacht. Selbige wurden dann später in einer raumschiffgleichen original russischen Schaschlikmaschine gegrillt. Ein geniales Teil. Wir haben natürlich sofort das Internet bemüht und tatsächlich eine Firma gefunden, die diese Teile nachbaut. Weihnachten kann kommen....

Und dann gab es tatsächlich mal wieder ein erstes Mal. Ich hab des nachts ein paar Stunden in einem Krankenhaus verbracht.



Nein, nicht ich selbst war erkrankt, sondern der Sprössling von Freunden. Ich fuhr sozusagen als seelisch-moralische Unterstützung mit. Und ja, es war in der Tat interessant. Um überhaupt erhört zu werden, mussten wir zunächst einmal 19 $ von der Kreditkarte abbuchen lassen. Immerhin preiswerter als beim hiesigen Tierarzt. Unser einziges Ziel war eine Blutentnahme und Sichtung bestimmter Werte daraus. Aber die machen da nicht, was man möchte. Selbst als Privatpatient hat man kein Mitspracherecht. Wir bekamen dafür eine Röntgenuntersuchung. Naja, die brachte mit 38 $ auch sicherlich mehr ein, als ein kleines Blutbild.  Sinnvolle Erkenntnisse brachte sie keine. Wir wollten gerne einen Kinderarzt sehen, bekamen einen Chirugen zugeteilt, der sich letztendlich als unfreundlicher Anästhesist entpuppte.
Und nein, wir waren nicht in einer Buschklinik. Nö, tatsächlich passierte uns das im angeblich besten und wahrscheinlich auch teuersten  Krankenhaus von Nairobi.
Fazit:  ich hoffe, wir werden hier nie ernsthaft krank

Aber noch was anderes. Am vergangenen Wochenende wurden sozusagen über Nacht die Steuern auf Benzin und Diesel drastisch erhöht. Natürlich kam es innerhalb kurzer Zeit zu ersten Reaktionen.


Mittlerweile sind seit gestern Vormittag die Zulieferer der Tankstellen im Streik. Es gibt also kaum noch Benzin. Die ersten Tankstellen sind geschlossen. Vor denen, die noch etwas haben bilden sich lange Schlangen. Selbst die UN hat seit heute die tägliche Tankmenge auf 20 $ rationiert.
Unser Auto ist zur Zeit noch voll, die Schulbusse wurden gestern auch nochmal aufgefüllt. Mal sehen, wie das weitergeht.
Wenns alle ist, dann ist es alle....

Und falls es ganz schlimm kommt habe ich heute Trost gefunden:


Also, was soll uns schon passieren ;-)


Dienstag, 28. August 2018

wie man in Nairobi feiert oder "Der Gatte in der Rabatte"

Na, fangen wir mal mit dem Alltag an, der uns hier wieder fest im Griff hat. Wir genießen zunehmend das Gefühl, wieder zuhause zu sein. Das fällt einem allerdings Dank unseres wunderbaren Heimes auch nicht schwer.


Die Schule hat begonnen und so füllen sich die Nachmittage wieder mit allerlei Hausaufgaben. Diese zu erledigen macht allein nicht ganz soviel Freude, deshalb wurde der bereits im vergangenen Schuljahr gegründete Hausaufgabenclub wiederbelebt.


Dass die Kinder sich unter Decken verkrümeln ist nicht verwunderlich. Es ist immer noch kalt, die Sonne zeigt sich zwar gelegentlich und dann schaffen wir schon mal 27 Grad, aber das sind immer noch Ausnahmen. Immerhin kommt so meine Häkeldecke oft zum Einsatz. Hat sich die Arbeit also gelohnt.


Von Hausaufgaben und Decken abgesehen gehören natürlich auch die Kaffeestunden bei Rayane zu meinem Alltag.


Positiver Nebeneffekt ist die überaus reichliche Avocadoernte in Rayanes Garten. Unser eigener Avocadobaum trug dieses Jahr ganze 8 Früchte. Die hatte sich dann der Gärtner in unserer Abwesenheit schmecken lassen. Es sei ihm gegönnt.


Allerdings hat er auch unseren Mispelbaum im Sommer nahezu leergeerntet. Naja, ein paar Früchte hingen noch an den Zweigen. Da muss ich wohl nächstes Jahr ein wenig schneller sein.



Und dann ist das ja so ein Ding nach den großen Ferien. Alle haben sich 6 Wochen lang nicht gesehen, da gibt es dann reichliche Gründe Feiern nachzuholen. Eine davon führte uns am vergangenen Wochenende zu einem 50. Geburtstag. Ach war das herrlich. Alle wieder da. Wunderbare Livemusik. Neben reichlich Snacks und Pizza gab es auch mitten im Getümmel eine Bar. Mit Barkeeper. Selbiger flankiert von reichlich Vodka, Gin, Rum und Whisky. Nicht schlecht. Wein und Cocktails satt. Angesichts der hiesigen Alkoholbeschaffungspreise erfreute sich dieser Stand allgemein hoher Beliebtheit. Der Liebste, der den Sommer über diesbezüglich nahezu abstinent gelebt hatte, genoss Bier und später Wein. Der Barkeeper meinte es sehr gut mit uns. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass Ginger Ale und Tonic zur Neige gingen, bestanden doch die Cocktails zu späterer Stunde nahezu aus reinem Alkohol. Zu fortgeschrittener Zeit, als sich einige der Herren dann bereits an den Tischen festhalten mussten, traf ich den Liebsten vorm Haus auf einer Mauer sitzend. Etwas blaß im Gesicht. Ich machte mich fürsorglich auf den Weg ein Glas Wasser zu besorgen, fand den Gatten beim Zurückkommen dann allerdings zurückgelehnt im Blumenbeet wieder an. Seelig schlafend. Na prima. Den Rat des Gastgebers, den Liebsten dort schlafen zu lassen und drinnen weiter zu feiern, hab ich dann allerdings doch abgelehnt und ein Taxi gerufen.

Am nächsten Morgen war an Ausschlafen jedenfalls nicht zu denken und nahezu die gesamte Partymeute fand sich auf dem Schulgelände zum Schuljahresanfangsgottesdienst wieder ein. Ja, auch der Gatte aus der Rabatte nahm erstaunlicherweise katerfrei daran teil.
Im Nachhinein wurde uns zugetragen, dass der Gastgeber der Party mit dem Zustand seiner Gäste  sehr zufrieden war.
Nun ja, es freut uns, dass wir zu diesem Erfolg beitragen konnten...


Montag, 20. August 2018

vom blinden Passagier und dem Flughafenkeller in Cairo

Gab es jemals einen langweiligen Flug wenn die Kinder und ich allein unterwegs waren? Also ich meine ohne den Liebsten. Denn wenn dieser jene welcher dabei ist, dann passiert NIE was. Verstehe das wer will, ich tu es nicht. Egal, ihr ahnt es, es ging mal wieder ein bißchen drunter und drüber. Aber der Reihe nach....

Nachdem mir der aus dem Ultraschallgerät ausgebaute Akku am Tag vor der Abreise mächtig Bauchschmerzen bereitet hatte (https://abenteuernairobi.blogspot.com/2018/08/von-decken-koffern-und-akkuproblemen.html), setzte er mit einer darauffolgenden recht schlaflosen Nacht noch etwas drauf. Und so pilgerte ich dann in den Nachtstunden in die elterliche Küche und fing kaffeeunterstützt an, im Internet zu recherchieren. Den Liebsten holte ich per WhatsApp gleich noch mit ins Boot und so lasen wir parallel das Internet durch. Immerhin fanden wir internationale Bestimmungen, dass Lithium-Ionen-Akkus bis zu einer Leistung von 100 Watt theoretisch transportiert werden dürfen. Nur eben leider nicht bei Egypt Air.
Da bis zum Nachmittag immer noch keine andere Lösung vom Himmel gefallen war, fiel der Akku. Und zwar kurzerhand in meine Handtasche. Hups....

Und nun passierten tatsächlich interessante Dinge. Während zweier Sicherheitskontrollen und Durchleuchtungen in Berlin blieb mein blinder Passagier gänzlich unentdeckt. Bei der ersten Durchleuchtung in Cairo ebenso. Na also, geht doch....

Und da trat endlich Entspannung ein. Und so begab ich mich mit den Kindern zu unserem ausgewiesenen Gate 5, um in den Flieger nach Nairobi zu steigen. Das Gate war angeblich geöffnet, aber wir standen da ganz alleine. Waren wir zu spät? Mmh...
Irgendwann kamen noch andere Flugwillige dazu, aber niemand wollte uns Abfertigen. Der Flieger sollte sich mittlerweile in wenigen Minuten in die Luft verabschieden. Und plötzlich kamen sie, einige wild gestikulierende und aufgeregt telefonierende Flughafenlotsen. Ob wir nach Nairobi wollten, das Gate wurde soeben geändert, alle sollen ihnen folgen. Und so ging ein Ägypter, ständig laut schreiend "Nairobi Nairobi" quer durch das gesamte Flughafengebäude und sammelte ein. Aus uns initial fünf Leuten wurden immer mehr. Und so folgten letztendlich knapp 150 Reisende dem Lotsen, wie dem Rattenfänger von Hameln.

Und wo wir hingeführt wurden. Immer weiter nach unten. Letztendlich befanden wir uns im Keller. Genau genommen in der Sanitärstation des Kellers. Wir wurden mit all unserem Handgepäck tatsächlich durch die Toiletten geführt. Wer jetzt den Kopf schüttelt, es kam noch besser. Während nun also mittlerweile knapp 200 Menschen durch die Toilettenanlagen hindurch anstanden, öffnete sich wie durch Zauberhand plötzlich eine Tür. Wir hatten einen Besenschrank dahinter vermutet, aber tatsächlich war es der Weg in eine versteckte Wartehalle.

Und dann kam doch obendrein die Ansage:  bitte alle Männer zuerst! Ich habs auch nicht verstanden. Vielleicht wollten sie uns Frauen nochmal die Gelegenheit geben, die sich um uns herum befindlichen Toiletten zu nutzen. Wer weiß...

Und nun, genau an dieser Sicherheitskontrolle flog ich mit meinem Akku auf. Nach einer kleinen Charmeoffensive, Demonstration von Gerät und Arztausweis durfte mein blinder Passagier dann aber doch unter der Maßgabe bei mir bleiben, dass ich gut auf ihn aufpasse. Immerhin war der Herr Ägypter schwer davon beeindruckt, dass ich es bis hierher geschafft hatte.

Damit der Aufregung jedoch nicht genug. Nun saßen wir also alle im Keller fest. Völlig isoliert vom restlichen öffentlichen Teil des Flughafens. Und erst dort erhielten wir die Auskunft, dass niemand wisse, ob und wann es ein Flugzeug für uns geben würde. Wie clever ist das denn.....niemand in diesem Flughafen würde unsere Revolte bemerken.

Und da saßen wir nun, gummibärchenkauend, müde und wartend mitten in der Nacht im Flughafenkeller von Cairo. Nach einiger Zeit fuhr dann aber doch irgendwann ein Bus vor und uns wurde erklärt, man hätte nun doch noch ein Flugzeug für uns gefunden. Hallelujah!

Die restliche Reise war bis auf das bekannte Holpern über dem Sudan recht langweilig. Selbst der Zoll in Nairobi interessierte sich nicht für uns. Da war ich dann zum zweiten Mal froh in dieser Nacht.


Mittlerweile sind wir gut zuhause angekommen. Die Schule hat heute begonnen und der Alltag bekommt uns wieder. Gut so....



Donnerstag, 16. August 2018

von Decken, Koffern und Akkuproblemen

Das war er nun, unser wunderbarer Sommer in der alten Heimat. Ein immerwährendes Fest mit Sonne und Meer, allen Kindern, der Familie und unendlich vielen Freunden.



Es war eine sehr entspannte und auch produktive Zeit. Ich habe tatsächlich meine ersten Häkelerfahrungen gemacht. War total entspannend, fast meditativ. Ich habe Nadel und Wolle selbst meinen Büchern vorgezogen. Und tada... da ist sie... meine erste Decke... ziemlich schief, aber weich und warm und von mir.


Das Kofferpacken gestaltete sich wie jedesmal ziemlich chaotisch, aber anders kann ich das wohl nicht. Jetzt ist es jedenfalls mit viel Hilfe und Unterstützung und diversen Umpackaktionen geschafft. Danke Papa! Von diversen Leckereien, Mitbringseln bis hin zu diversen Yogamatten ist alles verstaut. Mögliche 162 kg für mich und die Kinder bis aufs letzte Gramm ausgeschöpft. Plus Handtasche und zwei Kinderrucksäcke.

Und wer hätte denn gedacht, dass es so kurz vor unserem Abflug doch noch Aufregung geben könnte. Doch nicht bei uns ;-) Vielleicht liegt es ja an meiner Naivität und einem gewissen Gottvertrauen. Wie auch immer. Jedenfalls befindet sich  ein wunderhübsches Ultraschallgerät in einem meiner Koffer. Kann man ja immer mal gebrauchen. Zumindest, wenn man sich, so wie ich, beruflich dem weiblichen Unterboden verschrieben hat. Natürlich professionell, nur eben anders herum, oder so... Ihr versteht schon was ich meine ;-). Ich denke, die Frauen im Medical Care Center werden sich freuen. Die Schwestern dort erst recht.
Wie auch immer, das Schmuckstück besitzt einen hervorragenden Akku. Sinnvoll, wenn man sich in Gegenden ohne Stromversorgung aufhält. So weit, so schön. Was niemand von uns bedacht hatte, mir dann aber vorhin beim online Checkin auffiel, war ein Hinweis, dass es nicht gestattet ist Lithium-Ionen-Akkus im Flugzeug zu transportieren. Weder im Aufgabe- noch im Handgepäck. Zumindest in Passagiermaschinen. Bei Egypt Air.  Mmh.... muss man sowas wissen? Naja, wahrscheinlich schon. Ich wusste es bis zu diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht. Welchen Akku hatte denn dieses Gerät? Ihr ahnt es, und ich hatte auch kein gutes Gefühl. Natürlich....Lithium Ionen! Schöner Mist. Und nun? Wir haben den Akku ausgebaut und nehmen das Gerät nun ohne mit. Kabel besitzt es ja in verschiedenen Längen. Ist aber erstmal auf Steckdosen angewiesen. Es könnte schlimmer sein.

Nur...wie um alles in der Welt bekomm ich denn nun diesen frachttechnisch anspruchsvollen Akku nach Nairobi? Diesbezüglich bin ich für Vorschläge jeglicher Art dankbar. Cargoflugzeuge und Schiffscontainer sind wohl möglich. Falls also irgendjemand demnächst einen Container nach Nairobi verschiffen lässt, vielleicht findet sich ja noch ein Eckchen für einen schokoladentafelgroßen Akku.
Es wird sich eine Lösung finden...

Darauf vertrauen wir,  freuen uns auf zuhause und verabschieden uns aus Deutschland.




Freitag, 3. August 2018

Sommerpause

Ja, Pause ist wohl das richtige Wort. Die Kinder und ich genießen unseren Sommer hier im "kühlen Norden" an der Ostsee. Von kühl kann allerdings tatsächlich keine Rede sein. Seit Wochen versucht hier ein Tag den anderen zu übertreffen. So viele Sommer haben wir hier, am für mich in Deutschland emotional schönsten aller Orte verbracht, aber eine derartige Sommerwucht wie dieses Jahr, habe ich noch nicht erlebt. Wunderbar!



Zu diesem Glück gesellen sich obendrein noch Woche für Woche unsere Freunde, die dieses Sommerglück mit uns gemeinsam genießen. Und so sind unsere Tage vor und hinter dem Deich stets mit Kinderglück, vielen guten Gesprächen und natürlich immer reichlich Prosecco gefüllt.







Ja, und das ist es eigentlich auch schon. Bis auf eine Ameisenstraße quer durchs Haus in die Küche passiert nicht viel. Und selbst diese löste doch tatsächlich in gewisser Weise Entzücken bei mir aus. Irgendwie wie zu Hause. Selbst die reichlich vorhandenen Spinnen entlocken mir, ob ihrer Größe, nur noch ein müdes Lächeln.



Und ja, natürlich genieße ich die fantastischen Straßen, die Sauberkeit, allein das Angebot im Lidl treibt mir Tränen in die Augen. Und trotzdem, nach nunmehr dreieinhalb Wochen wächst die Sehnsucht nach der roten Erde. Nach diesem unvergleichlichen Blau des Himmels, dem atemberaubenden Sternenhimmel in den Nächten, dieser unvergleichlichen Weite der Steppe, den Antilopen, Elefanten und Löwen. Diesem traumhaften Land, in dem ich das erste mal in meinem Leben wirklich zur Ruhe und zu mir selbst gekommen bin.