Sonntag, 25. März 2018

Murphys Gesetz

Murphys Gesetz ist ja das, wo auch alles schiefgeht, was nur schiefgehen kann. Wir üben uns hier im Praktizieren desselben seit mehr als einer Woche. Meine liebsten Eltern tun mir unendlich leid, aber auch diesen kann ich immer nur wieder sagen: "Willkommen in Afrika".

Es begann mit dem Wetter. Wir haben seit sechs Wochen Regenzeit. Das ist acht Wochen ZU FRÜH! 
Nichts gegen Regen, der ist lebenswichtig hier. Aber warum schon jetzt im  März? Und warum soooo lange? Und jeden Tag?

Und als wir uns frierend von Alexa beim Frühstück "Wann wird´s mal wieder richtig Sommer" von Rudi Carrell als Motivationsstütze wünschten, erklärte uns diese Dame doch allen Ernstes, dass sie dieses Lied nicht in ihrer Musikbibliothek finden könne und schlug uns als Alternative allen Ernstes "Wann wird es endlich wieder Winter" von G.G. Anderson vor. Das sind dann so Momente, in denen man mit dem Kopf auf die Tischplatte knallt. 

Nach einem besonders heftigen Regenguss wurde unser Pool durch eine Schlammlawine geflutet und sieht momentan so aus:


Wahrlich nicht so appetitlich, allerdings lohnt sich die Reinigung erst nach der Rückkehr aus unseren Osterferien, wenn der Regen wieder nachlässt. Naja, nun liegen wir die wenigen Sonnenstunden, die Afrika uns bietet eben am Schlammloch. An Baden ist nicht zu denken, aber mit ein wenig Phantasie kann man sich vorstellen, die Elefanten und Büffel kämen gleich zur Wasserstelle.

Bisher konnte man sich zumindest an drei wunderschönen und reich blühenden roten Hibiskussträuchern am Pool erfreuen. Nun nicht mehr. Unser Massai Victor, dessen eigentliche Aufgabe darin besteht das Gate zu bewachen, fühlte sich zu Höherem berufen und schnappte sich in einem kurzen Moment unserer Abwesenheit die Gartenschere. Nun sind die Sträucher auf ein Drittel eingekürzt, besitzen kaum noch Blätter, geschweige denn Blüten. Ich hätte heulen können.....(na gut, ich hab geheult).

Aber das ist noch längst nicht alles. Zwischenzeitlich konnte ich unseren Besuchern noch ein kaputtes Auto bieten, eine wiederholt verstopfte Kanalisation (auch hier können sich zukünftige Urlauber schon auf gemeinsame Abenteuer freuen) und verschwundene (und zum Glück nach langem Suchen wieder aufgetauchte) Lieblingsstücke. 

Eine große Freude bereitete mir die Installation von Panic Buttons im Haus. Nicht, dass der Installateur besonders nett und charmant gewesen wäre. Nein, ehrlich gesagt müffelte er etwas. Aber als die Knöpfe installiert waren verlangte ich einen Probetest. Ich wollte wissen, wie lange die Kampftruppe benötigt, um nach dem Drücken des Buttons am Tor zu stehen. Der Installateur war davon nicht so begeistert, aber für mich war das wichtig. Ich machte ihm also Mut den Button zu drücken (er hatte das tatsächlich noch NIE getan) und ich stand mit der Stoppuhr daneben. War schon spannend. Ich wartete dann also auf dem Balkon mit meiner Stoppuhr in der Hand. Und hörte schon quietschende Reifen. Nach sage und schreibe 1:42 Minuten stand eine kampfbereite Truppe von 5 Mann in voller Montur vor mir. Na damit kann man doch leben. Die Jungs freuten sich sehr über das Lob für ihre rasante Ankunft. Ich hoffe inständig, dass ich sie niemals brauchen werde (aber wenn doch, dann weiß ich, sie sind schnell).

Die Truppe sah auch irgendwie niedlich aus, wie sie so da stand mit ihren grünen runden Helmen. Ich habe ein Weilchen überlegen müssen, aber dann fiel es mir ein. Die sehen aus wie die Wachen bei der Biene Maja. Seht selbst:


Trotz allen Regens gab es in dieser Woche zwei himmelblaue Tage. Den ersten verbrachten wir bei Fiona auf der Teafarm. Es war wunderbar wie immer. Ein Kleinod zum  Luftholen.


Den zweiten trockenen Tag nutzen wir für eine Fahrt in den Nationalpark. Die Unmenge an Löwen, die wir (auch bei der Jagd) beobachten durften, entschädigten uns für die Panne und das Hängenbleiben im Schlammloch. Immerhin war das mal eine Gelegenheit aus dem Auto auszusteigen. Das ist dann schon echtes Abenteuerfeeling, wenn die Löwen nicht weit entfernt sind. Aber es half ja alles nix. Wir wurden dann ein Stück von einer Gruppe Australiern/Niederländern mitgenommen und trafen uns dann mit unserem (zwischenzeitlich befreiten) Auto samt dessen Fahrer auf einem Picknickplatz.














Also, falls ihr vorhabt uns zu besuchen, stellt euch darauf ein, dass es anders kommt. Irgendwie alles. Aber sonst wärs ja irgendwie auch langweilig, oder...?

Freitag, 16. März 2018

Slum- und Schlammgeschichten

Wir haben es geschafft. Gestern war es soweit. Bei strömendem Regen und teilweise schwer überflutetem Nairobi fuhren wir mit euren Spendengeldern in der Tasche und Gummistiefeln an den Füßen nach Mathare und konnten 400 (in Worten:VIERHUNDERT) Päckchen mit Monatsbinden in Empfang nehmen. In insgesamt vier großen Kartons verpackt.



Es ist mir ein Rätsel, wie unser Fahrer die alle hat in seinem Kofferraum verstauen können, aber es hat geklappt.
Die nächste Aufgabe wird sein, alle Päckchen mit den Namen der Spender/innen zu versehen. Und Mitte April fahren Anne (die Sozialarbeiterin) und ich in die erste Schule. Es ist wichtig, dass Anne den Mädchen in ihrer Sprache ganz genau erklärt, wie die Päckchen anzuwenden und aber auch zu waschen und zu pflegen sind.

                                                                   Ann und ich

Wir werden dann nach ein paar Wochen nochmal einen Kontrollbesuch machen, uns die Päckchen zeigen lassen und eventuell nochmal schulen. Nebenbei trudeln weitere Spenden ein, so dass ich sicherlich bald die nächsten Päckchen in Auftrag geben kann. Meldet euch, wenn ihr auch etwas beitragen wollt (email: berit@lattorff.de). Wir sind für jede kleine Hilfe sehr dankbar.

Ansonsten ist Nairobi wie bereits berichtet gestern überflutet worden. Ganze Straßen wurden zu reißenden Bächen. Leider suchte sich eine dieser reißenden Schlammfluten ganz frech den Weg in unseren Pool. Und nun haben wir den Salat.


Aber das war gestern nicht das Schlimmste. Wie sagt meine liebste Mutter immer? "Schlimmer gehts immer....". Nun ja, sie hatte recht. Unter unserem Grundstück befindet sich eine riesige Sickergrube unvorstellbaren Ausmaßes. Sehr groß und seeehr tief. Und eine der Zulaufkammern war verstopft und lief über. War nicht so appetitlich. Was also tun? Ich rief wie immer den Liebsten zu Hilfe. Währenddessen unsere Haus- und Gartenhelden allerdings völlig unverschreckt bereits einen Plan ausheckten. Da wurde nicht lange gezögert, sondern begonnen zwei der kleineren oberflächlichen Zulaufkammern per Hand und Eimer freizuschöpfen um dann mit Hilfe von Ästen und Stöckern die Verbindungsläufe freizustochern.


Mulmig wurde es mir dann aber doch, als Betty und Victor abwechselnd fröhlich in der Grube verschwanden.


Und das alles fröhlich mit einem Lächeln im Gesicht. Meine Güte, das sind wirklich unsere Helden der Woche.


Mittwoch, 14. März 2018

jetzt schon Regenzeit?

Naja, da war ich dann doch wohl etwas zu optimistisch. Zumindest was das Wetter angeht. Ich hatte ja ernsthaft geglaubt, das mit den Regentagen wäre ein Ausrutscher der Wetterfee gewesen. Aber nö. Es bleibt so. Kühl, wolkenverhangen und gelegentlich Sturzbäche von oben. Naja. Wie auch immer.

Derzeit muss ich mich hier nicht allein über das Wetter ärgern. Ich habe Gesellschaft dabei. Die liebsten Eltern sind trotz gerade überstandener Grippe angereist und kurieren sich hier nun so richtig aus. Das miese Wetter fördert den Genesungsprozess zumindest in der Hinsicht, dass es leichtfällt, sich immer wieder im Bett zu verkriechen und ein Nickerchen zu halten.


Ansonsten dümpeln wir hier gerade so vor uns hin und leben so ein bißchen in den Tag hinein. Auch mal schön....


Ein kleines Highlight gab es aber dennoch. Ich wurde fotografiert. Aber nicht irgendwo in der Wallachei. Nein, im Fernsehstudio der Auslandskorrespondentin der ARD. Und zwar von dieser persönlich. Und natürlich direkt vor der blauen Leinwand.


War ungeplant und spontan nach einem Frühstück. Hätte ich das vorher gewußt, hätte ich mir mit Sicherheit noch Farbe ins Gesicht geschmissen und was Anständiges angezogen. Nun aber eben so, ungeschminkt im Sommerkleid. Hatte die ARD sicherlich auch noch nie ;-)





Dienstag, 6. März 2018

kenianische Expat-Alltagsprobleme

Ach hört mir auf. Im Grunde genommen ist es schrecklich. Dass unser Gärtner nicht der fleißigste ist, das wußten wir ja schon lange. Ist auch schwerlich zu übersehen, wenn das Gras regelmäßig Gelegenheit bekommt zu blühen. Nun ja.
Was aber dem Fass den Boden ausschlug, war, als wir dahinter kamen, dass der Gardener während seiner Arbeitszeit regelmäßig unser Grundstück verließ und nach Hause ging um Tee zu trinken. Seit Wochen! Regelmäßig bedeutet in diesem Fall sogar mehrfach täglich. Nämlich jedesmal dann, wenn ich mit dem Auto wegfuhr. Und das mache ich eben auch öfter am Tag. Zurück kam er dann, wenn er vom Securityguard die Info bekam, dass ich zurück sei. Ein eingespieltes Team. Allerdings für uns nicht so ganz akzeptabel bei einem bezahlten Fulltimejob.

Ich weiß ja nicht, wie der Tee bei ihm zuhause so schmeckt. Aber jetzt hat er dazu viel Zeit und Gelegenheit und wenn er das möchte, kann er seinen Tee auch in Gesellschaft seines Freundes, dem Securityguard genießen. Den haben wir nämlich auch gleich noch vor die Tür gesetzt.

Ersatz ist natürlich umgehend gestellt worden. Jetzt schleicht gerade Victor, der Karatekämpfer, durch den Garten.
Meine Güte, ich hab ja mit so allerlei Problemen hier in Afrika gerechnet. Zum Beispiel, wie ich die Maisfladen vor der Hütte backe. Aber auf diese blöden Personalprobleme könnte ich echt verzichten.

Nichtsdestotrotz hat uns der Alltag hier fest im Griff. Johanna genießt ihre Samstage im Gestüt. Zum Glück ist sie da auf dem Boden geblieben und nimmt nicht nur, wie manche hier, ihre Reitstunde wahr. Da heißt es nämlich anzukommen und direkt auf ein gesatteltes Pferd zu steigen. Nein, unser Hannchen macht das prima. Geritten wird erst nachdem der Stall ausgemistet ist. Und hinterher wird das Pferd ordentlich gestriegelt und gebürtstet und geputzt. Da ist sie wahrlich ordentlich erzogen worden.
Nicht von mir. Nein, diesmal gebührt Frauke der Dank!
(liebe Frauke, wir freuen uns auf den Sommer mir dir und den Pferden in Wustrow ;-)


Aber das Wichtigste darf ich natürlich nicht vergessen. Ende letzter Woche war es soweit. Ich bin mit einem dicken Bündel eurer Spendengelder in Begleitung einiger Lehrer der Deutschen Schule nach Mathare gefahren. Und wir haben tatsächlich 400 Monatsbindenpäckchen in Auftrag gegeben. Ist das nicht Wahnsinn?


Und nächste Woche darf ich große Kartons, gefüllt mit bunten Bindenbeuteln abholen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welche Glücksgefühle ihr hier mit euren Spenden hervorruft. Bei den Teenagemüttern, die so sehr auf diese Aufträge angewiesen sind, damit ihr Projekt bestehen bleibt. Und dann natürlich erst recht bei den Schulmädchen.

Ansonsten ist es gerade etwas kühl hier. Aber ich jammere wahrscheinlich auf hohem Niveau. Tagsüber zwar bis 26 Grad, aber viele Wolken und regelmäßig Sturzbäche vom Himmel. Richtiges Kaminwetter eben.


Wir sind aber nach der wochenlangen Trockenheit alle sehr dankbar für das Nass von oben. Aber wenns hier regnet, dann richtig. Zum Glück kommt ab Donnerstag der Sommer zurück. Dann mit sattem frischen Grün und blühenden Bäumen. Das ist auch gut so, am Sonntagnachmittag wollen wir grillen.


Dienstag, 27. Februar 2018

Nairobbery und Frauengeschichten

So, da dachten wir immer, wir sind hier einigermaßen sicher. Denkste.....

Da klingelt Gärtner und bittet mich mit nach draußen zu kommen. Auf meine Nachfrage, was denn los sei, erfahre ich, die indische Nachbarin möchte mich sprechen. Interessant. Bisher war von dieser Seite der Hecke ja kein Kontakt gewünscht. Na gut. Da höre ich auch schon ein "Hello" durch die dichte Dornenhecke. Sehen kann ich jedoch niemanden. Ich habe dann freundlich zurückgegrüßt und mir erlaubt anzumerken, das ein Gespräch so durch die Hecke wohl kaum möglich sei. Naja, war ein bißchen wie bei Herzblatt früher. Da hat man sich auch nur durch die Wand hindurch unterhalten. Herzblatt hin oder her. Ich habe sie dann gebeten, doch zu uns rüberzukommen. Sie kam auch, nahm mich dann aber gleich mit zu sich. Übrigens eine sehr sympathische Inderin.
Der Anlass meiner Entführung war leider nicht so schön. Im Nachbarhaus war eingebrochen worden. Die Situation war etwas skuril. Ich bekam zuerst von der Maid eine Mango serviert und mit meinem Schüsselchen in der Hand wurden mir dann sämtliche Einbruchsspuren präsentiert. Da schmeckt dann auch die süßeste Mango nicht mehr so gut. Zum Glück war während des Einbruchs niemand zu Hause.
Wir haben dann noch ein Stündchen dort auf der Terrasse gesessen, Handynummern ausgetauscht und geschnattert.

Im Nachgang dessen erschien dann hier auch bei uns gestern unsere Sicherheitsfirma, um den Elektrozaun, der manchmal auch so seine Macken hat, zu überprüfen. Nun kommt da nicht nur einer. Nein, wie immer eine halbe Mannschaft. Diesmal erstmalig angeführt von einer forschen Dame mittleren Alters. Nicht sehr groß gewachsen, dafür auf hohen Absätzen. Und so stöckelte dann Anne, wie sie sich vorstellte, auf ihren meterhohen Pfennigabsätzen um unser Haus, während zwei Herren zusammen mit Guard und Gärtner den Zaun checkten.

Ich weiß nicht, welche Qualifikation Anne hat, aber sie redet gerne. Und viel. Natürlich ging es auch initial um Sicherheitsaspekte. Als ich ihr zu Verstehen gab, dass der Liebste und ich gewisse Entscheidungen gemeinsam fällen, schaute sie mich allerdings verwundert an. Und schon hatten wir einen Themenwechsel. Das sei ja so ganz prima bei uns, bei ihr sei allerdings der Mann der Boss. Ihr Gatte sei arbeitslos und den ganzen Tag zu Hause. Sie arbeitet. Und wenn sie nach Hause kommt, dann muss sie ihn bekochen und bedienen. Das sei hier ganz normal. Im gleichen Atemzug stellte sie mir dann auch noch einen der Zaunchecker als ihren Liebhaber vor. Der würde allerdings auch nix taugen und wäre damit der zweite Mann, den sie durchfüttert. Nun ja, ich war mir nicht sicher, ob ich das alles wissen wollte. Egal, irgendwie war sie auch witzig....

Jedenfalls haben wir jetzt zur Zeit nachts immer zwei Guards auf dem Grundstück. Immerhin hat einer davon, Victor, laut eigenen Angaben ZWEI schwarze Gürtel in Karate. So schläft es sich tatsächlich viel ruhiger....

Sonntag, 25. Februar 2018

Nightmare oder Arachnophobia

Nun passieren die mir schrecklichen Dinge ja immer, wenn ich überhaupt nicht damit rechne. Warum sollte sich das auch jemals ändern?

Da kommen wir am Wochenende ganz entspannt mit Johanna, die wir vom Kindergeburtstag abgeholt haben, nach Hause. Und ich stehe noch einen Moment ganz verzückt vor meinem vor zwei Wochen neu gepflanzten Beet unter dem Küchenfenster. Und erfreue mich an den zarten neuen Trieben und Blüten der Pflänzchen.
Und voller Fürsorge bemerke ich, dass bei einer dieser Pflanzen die oberen Blätter etwas zusammenkleben. Naja, so kann man ja nicht richtig wachsen, denke ich und greife beherzt zu um diese Verklebungen zu lösen.

Das Bild, welches sich mir dann bietet, entlockt mir spontan einen gellenden Schrei, der sowohl den Guard, als auch den Liebsten sofort in Alarmbereitschaft versetzt.


Der Guard meint, so eine Spinne noch nie gesehen zu haben. Selbst dem Liebsten, der zumindest bisher recht angstfrei gegenüber Achtbeinern war, war ein respektvolles "Wow" zu entlocken. Nur Johanna fands ziemlich cool.

Wir haben die mehr als handtellergroße SpiderMom dann mitsamt ihrem Cocon (wahrscheinlich gefüllt mit tausenden dieser Krabbler) in einem großen Mehlglas entsorgt. Die Wahl fiel auf den Mehlbehälter, weil die Öffnung groß genug zum Drüberstülpen war. Mich selbst überzeugte allerdings am meisten der fest verschließbare Drehverschluß.

Nicht auszudenken, wenn der Nachwuchs direkt unter meinem Küchenfenster geschlüpft wäre. Dann hätten wir hier ein echtes Arachnophobia gehabt.
Selbst Betty, unsere neue Maid meinte "Oh wow, she can eat dogs...."


Freitag, 23. Februar 2018

Wahnsinn....

Nun ist etwas eingetreten, womit ich niemals gerechnet hätte.

Es haben viele meinen Spendenaufruf im Blog gelesen. Ziel war es 62 Päckchen Monatsbinden für die Partnerschule unserer Deutschen Schule zusammenzubekommen. Aber wie das nunmal oft so ist, bin ich davon ausgegangen, dass viele das lesen, die Sache an sich vielleicht so gar ganz gut finden. Und einige wenige mir mit zwei/drei Päckchen unter die Arme greifen.

Und dann war ich selbst verwirrt, denn es trudelten nach und nach Spenden ein. Von der Familie, von Freunden und Freundesfreunden, selbst von Freunden der großen Kinder, von einer ganz lieben (und wie meine Mama immer behauptet, auch sehr hübschen Kollegin ;-), von einer alten Studienfreundin, von mir bis dahin völlig Unbekannten...


                                                        1491 Euro
                                                           
                              Das sind sage und schreibe  373 Päckchen  


Deshalb sage ich schon heute Danke.

Peter    Ina   Claudia   Inka  & Marc   Sigrid   Diana   Manu & Kai   Franzi    Sabine    Nancy    Franziska   Olivia   Rayane   Sabine    Julia   Joachim   Claudia   Eva & Werner    Berit (die andere)   Steffi & Andreas   Robert

Ich werde am kommenden Donnerstag in Begleitung einiger Lehrer der Deutschen Schule ins Mathare Projekt fahren und dort das Nähen der Päckchen in Auftrag geben. Mal sehen, vielleicht schaffen wir es, 62 Beutelchen noch vor Ostern in die StarKids Schule zu bringen. 
Für die vielen anderen Päckchen, die aufgrund der fantastisch hohen Spendensumme von den Teenagemüttern genäht werden können, habe ich bereits Anfragen von vier weiteren Schulen. 

Ansonsten ist diese Woche nicht soviel passiert. Wir sind in Sachen unserer Tankbemühungen bei der UN einen kleinen Schritt weiter, aber wie es scheint noch lange nicht am Ziel. Ich wollte von dem gestrigen Desaster  hier eigentlich noch berichten, aber Michael hat das bereits so schön beschrieben, dass ich beschlossen habe seine geistigen Ergüsse hier erstmalig und einfach reinzukopieren. Wohlgemerkt, es ist der dritte Anlauf gewesen. 

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Kleiner Super-GAU

Kaum zu glauben, was heute passiert ist. Wir wollen heute früh nach der Schule gleich zur UN fahren, um so einen komischen Aufkleber fürs Auto abzuholen, damit wir zollfrei Tanken können. Also, das Formular ausgefüllt, einige andere Unterlagen zusammengerafft und dann los. Kinder abgeladen, Stau umgangen durch cleveres über den Parkplatz des nahegelegenen Village Marktes (Einkaufs-Mall) fahren (kostet dann allerdings einmalig 50 Ksh). Angekommen, falscher Parkplatz. Wir habe ja jetzt so eine wichtige Karte am Auto, aber mit der dürfen wir nicht mehr auf den Besucherparkplatz fahren. Nein, jetzt dürfen wir ja auf das UN Gelände, aber nicht überall, rauffahren. Also mussten wir den etwas weiter entfernten Parkplatz des UNRC (UN Recreation Center) nutzen, und dann wieder ein Stück zurücklaufen. Durch alle Sicherheitskontrollen durch, schaue ich unterwegs nochmal auf unser Formular und stelle fest, wir brauchen auch noch den Fahrzeugschein. Als Kopie. Scheiße. Haben wir nicht mit dabei, noch nicht mal im Auto. Als ich es Berit sage, will sie mich im ersten Moment umbringen, entscheidet sich aber schnell um, wahrscheinlich weil das zu schnell, zu kurz, und nicht schmerzhaft genug ist. Allerdings versucht sie, es sich nicht anmerken zu lassen. Also zurück nach Hause fahren. Kopie machen. Die Dinger sehen aber auch schick aus, im Gegensatz zu den deutschen.


Und wieder zurück zur UN. Auf dem Weg dahin ist um diese Zeit immer viel Stau, so dass wir also wieder Richtung Schule fahren, wieder über den Parkplatz des Village Marktes (ergo, nochmal 50 Ksh), um dann den etwas weiter entfernten Parkplatz des UNRC direkt anzusteuern. Sicherheitskontrollen. Im Büro des Commercial Services ist dann auch gleich jemand anzutreffen.

Da wir auch unseren Generator registrieren lassen wollten, hatte ich Auszüge aus unserem 14-seitigen Mietvertrag (Best of Mietvertrag) in Kopie mitgebracht. Da der Generator aber im Mietvertrag nicht extra aufgeführt ist, sondern unter alle zum Haus dazugehörigen Dinge fällt, konnte der leider keine Anerkennung durch die UN erlangen.

Dann wurde uns mitgeteilt, wir müssten jetzt eine halbe Stunde warten, bis alle weiteren Eintragungen und Registrierungen erledigt sind. Also, ab in die Cafeteria für einen Appel und ein Ei zwei Kaffee und ein Ei (d.h. zwei Kaffee sind gleich ein Appel) bekommen und eine halbe Stunde gewartet. In dieser Zeit empfange ich eine SMS, die besagt folgendes Kennzeichen wäre jetzt registriert und erhält folgenden PIN: XXXX (den schreibe ich jetzt nicht in Klarschrift hier hin, is ja wohl klar oder?). Dann kriege ich noch eine email, mein Auto mit dem Kennzeichen ist mit folgender PIN registriert. Kennzeiochen und PIN von SMS und email waren identisch. Scheint also alles geklappt zu haben. Gegen zwei Unterschriften bekam ich dann auch den Aufkleber mit RFID Tag für unsere Autofrontscheibe. Super. Können wir ja gleich tanken fahren.

Also, an der Schlange angestellt. Ja Schlange. Um diese Zeit, halb zehn, tanken an vier Zapfsäulen eine ganze Menge Leute. Wir sind dran. Ein netter Mann, fragt was und wieviel davon wir brauchen. Er scannt, wir geben den PIN ein, und sein magisches hand-held Gerät besagt, dass dieses Auto und Kennzeichen nicht registriert sind. Er müsste da jetzt erstmal nachfragen. Okay, wie lange dauert das? Geht schnell. Nach fünf Minuten musste frage ich nach. Geduld. Nach zehn Minuten dann die Ernüchterung - es geht keiner ans Telefon. Da ich nun mittlerweile keine Zeit mehr hatte - ich hatte meinen Fahrer mittlerweile mehrfach umbestellt - sind wir schnell an ne andere Tanke gefahren, haben da gewöhnlichen verzollten Sprit getankt und sind dann nach Hause gefahren, wo mein Fahrer schon wartete. Um diese Zeit herum bekam ich dann nochmal eine SMS und eine email, welche besagten, mein Kennzeichen wurde zusammen mit folgendem PIN registriert. Na dann, ob es stimmt oder nicht, sagt euch gleich das ... werden wir morgen oder nächste Woche ausprobieren.

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So, mal sehen, ob wir das an diesem Wochenende ausprobieren. Das scheint sich wirklich zur NeverEnding Story auszudehnen. Aber wie sagt man hier so schön:  "Willkommen in Afrika...."